{"id":4356,"date":"2026-08-13T08:26:00","date_gmt":"2026-08-13T08:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.museum.de\/blog\/?p=4356"},"modified":"2026-08-12T11:35:49","modified_gmt":"2026-08-12T11:35:49","slug":"kanal-ein-museum-im-werden-bruessels-neuer-ort-fuer-moderne-und-zeitgenoessische-kunst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.museum.de\/blog\/kanal-ein-museum-im-werden-bruessels-neuer-ort-fuer-moderne-und-zeitgenoessische-kunst\/","title":{"rendered":"KANAL \u2013 ein Museum im Werden: Br\u00fcssels neuer Ort f\u00fcr moderne und zeitgen\u00f6ssische Kunst"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-cover\" style=\"margin-top:2rem;margin-bottom:2rem\"><span aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-cover__background has-background-dim\" style=\"background-color:#52607b\"><\/span><img decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"736\" src=\"https:\/\/www.museum.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/kanal-brussel-\u00a9-Koen-Van-Damme.webp\" class=\"wp-block-cover__image-background wp-post-image\" alt=\"\" data-object-fit=\"cover\" srcset=\"https:\/\/www.museum.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/kanal-brussel-\u00a9-Koen-Van-Damme.webp 1000w, https:\/\/www.museum.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/kanal-brussel-\u00a9-Koen-Van-Damme-300x221.webp 300w, https:\/\/www.museum.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/kanal-brussel-\u00a9-Koen-Van-Damme-768x565.webp 768w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><div class=\"wp-block-cover__inner-container is-layout-constrained wp-block-cover-is-layout-constrained\">\n<h1 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-ast-global-color-5-color has-text-color has-link-color has-x-large-font-size wp-elements-af0d6db7ae8df6d83ac518d11deacea9\">KANAL \u2013 ein Museum im Werden: Br\u00fcssels neuer Ort f\u00fcr moderne und zeitgen\u00f6ssische Kunst<\/h1>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein kultureller Neubeginn f\u00fcr Br\u00fcssel<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Br\u00fcssel besitzt eine eigent\u00fcmliche kulturelle Spannung: Die Stadt ist seit Jahrzehnten ein bedeutender Schauplatz zeitgen\u00f6ssischer Kunst, doch ein gro\u00dfes Museum f\u00fcr moderne und zeitgen\u00f6ssische Kunst fehlte bislang. Mit KANAL-Centre Pompidou soll sich diese institutionelle Leerstelle am 28. November 2026 schlie\u00dfen. Der Anspruch ist dabei gr\u00f6\u00dfer als die Er\u00f6ffnung eines weiteren Museums: KANAL versteht sich als kultureller Ort, an dem Kunst, Architektur, Stadtgesellschaft und unterschiedliche Formen der Live-Kultur ineinandergreifen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Standort ist daf\u00fcr programmatisch gew\u00e4hlt. Das Museum entsteht im ehemaligen Citro\u00ebn-Garagekomplex am Saincteletteplein, einem monumentalen Bau der Moderne, der 1934 errichtet wurde. Wo einst Automobile pr\u00e4sentiert und verkauft wurden, soll nun eine andere Form kultureller Mobilit\u00e4t entstehen: ein Haus, das Bewegungen zwischen Epochen, Medien und gesellschaftlichen Fragen ausdr\u00fccklich zum Prinzip macht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Er\u00f6ffnung ist deshalb weniger als einzelne Ausstellung denn als umfassende kulturelle Setzung zu verstehen. Zehn Ausstellungen aus Kunst und Architektur markieren den Auftakt. Im Zentrum steht die gro\u00df angelegte Sammlungsschau <strong>\u201eA truly immense journey\u201c<\/strong>, flankiert von neun weiteren Projekten, die von historischen Architekturarchiven \u00fcber koloniale Bildgeschichte bis zu Performance, Klang und partizipativer Kunst reichen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u201eA truly immense journey\u201c: Kunstgeschichte als Bewegung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Herzst\u00fcck des Er\u00f6ffnungsprogramms ist \u201eA truly immense journey \u2013 100 years of masterpieces Centre Pompidou Collection\u201c. Auf mehr als 2.000 Quadratmetern und drei Etagen werden mehr als 350 Werke versammelt. Die Ausstellung greift dabei auf Best\u00e4nde des Centre Pompidou und von KANAL zur\u00fcck, erg\u00e4nzt um Leihgaben aus belgischen \u00f6ffentlichen und privaten Sammlungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Titel ist bewusst offen formuliert. Statt eine chronologische Kunstgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts nachzuerz\u00e4hlen, versteht die Ausstellung Kunst als eine Geschichte von Bewegungen: von Menschen, Ideen, Formen und \u00e4sthetischen Verfahren, die Grenzen \u00fcberschreiten und sich ver\u00e4ndern. Werke der Moderne treffen auf Positionen der Gegenwart. Damit entsteht keine lineare Entwicklungserz\u00e4hlung, sondern ein Geflecht von Beziehungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Spannweite ist betr\u00e4chtlich. Zu sehen sind unter anderem Arbeiten von Piet Mondrian, Lygia Clark, Sonia Delaunay, Natalia Goncharova, Henri Matisse, Wifredo Lam, Katarzyna Kobro, Pablo Picasso und Alberto Giacometti. Ihnen werden zeitgen\u00f6ssische K\u00fcnstler wie Sammy Baloji, Edith Dekyndt, Aglaia Konrad und Hana Mileti\u0107 gegen\u00fcbergestellt. Gerade diese Konstellationen versprechen den produktivsten Teil der Ausstellung: Moderne erscheint nicht als abgeschlossene Epoche, sondern als Material, das von sp\u00e4teren Generationen neu gelesen und teilweise auch kritisch korrigiert wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als markantes Beispiel steht Mondrians \u201eComposition en rouge, bleu et blanc II\u201c von 1937 f\u00fcr jene radikale Suche nach Ordnung, Reduktion und autonomer Bildstruktur, die die europ\u00e4ische Moderne gepr\u00e4gt hat. In KANAL erh\u00e4lt ein solches Werk jedoch eine andere Nachbarschaft als im klassischen Museum der Moderne. Die Gegenwart steht nicht am Ende einer Erz\u00e4hlung, sondern tritt mit der Vergangenheit in einen Dialog.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Zehn Ausstellungen statt einer einzigen Erz\u00e4hlung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade darin liegt die Besonderheit des kuratorischen Konzepts. KANAL setzt nicht auf die gro\u00dfe, alles ordnende Meistererz\u00e4hlung. Das Er\u00f6ffnungsprogramm verteilt die Aufmerksamkeit auf zehn unterschiedliche Projekte und macht damit das Museum selbst zum Gegenstand der Erfahrung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>\u201eAn infinite woman\u201c<\/strong> untersucht beispielsweise die Geschichte einer Mangbetu-Frau, deren fotografisches Portr\u00e4t 1925 im Zusammenhang mit der franz\u00f6sischen Citro\u00ebn-Expedition \u201eLa Croisi\u00e8re Noire\u201c zum kolonialen Massenbild wurde. Die Ausstellung verfolgt, wie dieses Bild zum Symbol kolonialer Imagination avancierte und sp\u00e4ter von K\u00fcnstlern afrikanischer Herkunft angeeignet, ver\u00e4ndert und unterlaufen wurde. Arbeiten von Carrie Mae Weems, Frida Orupabo und Magdalene Odundo verschieben den Blick von der kolonialen Darstellung hin zur Frage, wer Bilder kontrolliert und wer ihre Bedeutung zur\u00fcckgewinnen kann. Besonders bemerkenswert ist die Verbindung zum Geb\u00e4ude selbst: 1934 begann unmittelbar hier der Bau der Citro\u00ebn-Niederlassung, die den Mythos imperialer Expansion und den wirtschaftlichen Erfolg der Marke miteinander verband.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine andere historische Perspektive er\u00f6ffnet <strong>\u201eRight to the City \u2013 Right to the Future\u201c<\/strong> von KANAL Architecture. Ausgehend von den historischen Sammlungen des ehemaligen CIVA wird die Entwicklung der Br\u00fcsseler Nordviertel untersucht. Dabei geht es weniger um Stadtplanung als autorit\u00e4re Masterplanung denn um die konfliktreichen, partizipativen Prozesse, durch die Stadt tats\u00e4chlich entsteht. Architektur wird als gesellschaftliche Praxis begriffen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit <strong>\u201eD\u00e9partement des Pi\u00e8ges\u201c<\/strong> n\u00e4hert sich die Kuratorin Cl\u00e9mentine Deliss dem Museum wiederum \u00fcber das Prinzip der Falle. Ob Fischernetze, Lockv\u00f6gel oder Trompe-l\u2019\u0153il-Gem\u00e4lde: Die versammelten Objekte aus Br\u00fcsseler Museen und Werke zeitgen\u00f6ssischer K\u00fcnstler stellen die Frage, wie Museen selbst Aufmerksamkeit lenken, Wahrnehmung organisieren und Bedeutung erzeugen. Die Anspielung auf Marcel Broodthaers, einen der bedeutendsten belgischen K\u00fcnstler der Institutionskritik, ist dabei keineswegs nebens\u00e4chlich.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Museum als B\u00fchne und als Gegenstand<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Noch deutlicher wird die programmatische Haltung bei den ortsspezifischen Arbeiten. Jo\u00eblle Tuerlinckx bespielt in <strong>\u201eLa premi\u00e8re fois\u201c<\/strong> die tiefste, unterirdische Ausstellungszone des Geb\u00e4udes. Eine Lichtinszenierung und eine gemeinsam mit Christoph Fink entwickelte Klangkomposition reagieren unmittelbar auf die Geschichte des Baus und seine Fundamente. Tuerlinckx hat die Entstehung von KANAL \u00fcber Jahre verfolgt; Ger\u00e4usche der Baustelle, das Abpumpen des Grundwassers und die Arbeit an den Mauern werden zu Bestandteilen einer k\u00fcnstlerischen Erinnerung an den Ort.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Manon de Boers <strong>\u201eBlindsight\u201c<\/strong> verbindet dagegen Musik, Tanz und Film und setzt auf eine verlangsamte, sinnliche Form der Wahrnehmung. Joshua Serafin entwickelt mit <strong>\u201eWhispering pleas of the eternal echoes\u201c<\/strong> eine filmische Installation, die durch Performances erweitert wird. Das Programm verschiebt sich damit immer wieder von der Betrachtung des Kunstwerks zur k\u00f6rperlichen Erfahrung von Raum, Zeit und Bewegung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders eigensinnig ist <strong>\u201eNO SHOW\u201c<\/strong> von Deborah Bowmann und Maoupa Mazzocchetti mit zwanzig in Br\u00fcssel arbeitenden K\u00fcnstlern. Die Frage \u201eKann ein Museum unterhalten?\u201c wird hier nicht mit musealer W\u00fcrde beantwortet, sondern mit Licht, Klang und Performance. Das Projekt nimmt die Unterhaltungslogik des Kulturbetriebs auf und \u00fcberf\u00fchrt sie in eine bewusst ironische Auseinandersetzung mit dem Ausstellungsraum.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Zwischen Centre Pompidou und Br\u00fcssel<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zusammenarbeit mit dem Centre Pompidou ist f\u00fcr KANAL von zentraler Bedeutung. Sie verschafft dem neuen Haus nachhaltigen Zugang zu einer der bedeutendsten Sammlungen moderner und zeitgen\u00f6ssischer Kunst weltweit. Entscheidend ist jedoch, dass die Kooperation ausdr\u00fccklich nicht als blo\u00dfe Verl\u00e4ngerung der Pariser Institution nach Br\u00fcssel gedacht ist. KANAL beschreibt sie als Dialog zwischen unterschiedlichen institutionellen Geschichten und kulturellen Perspektiven.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist ein wichtiger Unterschied. Ein neues Museum in Br\u00fcssel w\u00e4re kulturpolitisch kaum \u00fcberzeugend, wenn es lediglich ein Satellit des Pariser Centre Pompidou w\u00fcrde. Die eigentliche Bew\u00e4hrungsprobe besteht darin, die internationale Sammlung mit der belgischen und insbesondere der Br\u00fcsseler Kunstgeschichte zu verschr\u00e4nken. Das Er\u00f6ffnungsprogramm deutet an, dass genau diese Verbindung gesucht wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass neben internationalen Gr\u00f6\u00dfen zahlreiche K\u00fcnstler aus Belgien und Br\u00fcssel vertreten sind, ist deshalb mehr als lokale H\u00f6flichkeit. KANAL versucht, seine internationale Strahlkraft mit einer regionalen Verankerung zu verbinden. Daraus k\u00f6nnte langfristig eine eigene institutionelle Identit\u00e4t entstehen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein Museumsbau mit industrieller Erinnerung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch architektonisch besitzt KANAL eine ungew\u00f6hnliche Ausgangslage. Der ehemalige Citro\u00ebn-Komplex war kein neutrales Geb\u00e4ude, das nachtr\u00e4glich zur Kulturinstitution umfunktioniert wurde. Seine Dimensionen, seine industrielle Geschichte und seine Lage am Kanal pr\u00e4gen den Charakter des Museums.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der internationale Architekturwettbewerb wurde 2018 von noAarchitecten, EM2N und Sergison Bates architects gewonnen. Das Projekt \u201eA Stage for Brussels\u201c sieht vor, die charakteristischen Elemente des Bestands nicht zu verdr\u00e4ngen, sondern sichtbar zu halten. Der ehemalige Ausstellungsraum wird zum gro\u00dfen \u00f6ffentlichen \u201eSchaufenster\u201c, w\u00e4hrend das Geb\u00e4ude durch Galerien, Veranstaltungsr\u00e4ume und weitere kulturelle Nutzungen neu organisiert wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit folgt die Architektur einem Gedanken, der auch im Ausstellungsprogramm wiederkehrt: KANAL soll kein abgeschlossener Tempel der Kunst sein. Das Haus verf\u00fcgt \u00fcber Bibliothek und Archiv, R\u00e4ume f\u00fcr Performance, Tanz, Musik und Film, Auditorien, eine Druckerei sowie gastronomische Angebote. Die Institution versteht sich ausdr\u00fccklich als Erweiterung des Stadtraums.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade diese Offenheit ist zugleich Chance und Risiko. Ein Museum, das gleichzeitig Ausstellungsort, Veranstaltungszentrum, Archiv, Bildungsst\u00e4tte und urbaner Treffpunkt sein will, muss seine verschiedenen Funktionen \u00fcberzeugend miteinander verbinden. Sonst droht aus der programmatischen Vielfalt blo\u00dfe \u00dcberf\u00fclle zu werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Praktische Informationen zur Er\u00f6ffnung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">KANAL-Centre Pompidou er\u00f6ffnet am <strong>28. November 2026<\/strong> am <strong>Sainctelette Square 21, 1000 Br\u00fcssel<\/strong>. Die zentrale Sammlungsausstellung \u201eA truly immense journey\u201c l\u00e4uft anschlie\u00dfend bis zum <strong>10. Januar 2028<\/strong>. Die \u00fcbrigen Er\u00f6ffnungsausstellungen haben unterschiedliche Laufzeiten: \u201eNO SHOW\u201c endet am 18. Januar 2027, \u201eAn infinite woman\u201c am 26. April 2027, \u201eD\u00e9partement des Pi\u00e8ges\u201c am 31. Mai 2027 und \u201eRight to the City \u2013 Right to the Future\u201c am 14. M\u00e4rz 2027.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">KANAL ist mit der Metro \u00fcber die Linien <strong>2 und 6<\/strong>, mit der Tram <strong>51<\/strong> und dem Bus <strong>46<\/strong> erreichbar. Die Haltestellen rund um Yser liegen etwa f\u00fcnf Gehminuten entfernt. Vom Bahnhof Br\u00fcssel-Nord sind es ungef\u00e4hr zehn Minuten zu Fu\u00df; vom internationalen Bahnhof Br\u00fcssel-S\u00fcd betr\u00e4gt die Fahrt mit der Metro etwa 15 Minuten. Fahrradstellpl\u00e4tze befinden sich an den Eing\u00e4ngen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Website weist darauf hin, dass die Besuchsinformationen, darunter Ticketpreise und \u00d6ffnungszeiten f\u00fcr den regul\u00e4ren Museumsbetrieb, vor der Er\u00f6ffnung beziehungsweise im Zuge der weiteren Programmplanung aktualisiert werden. F\u00fcr die konkrete Besuchsplanung empfiehlt sich daher eine Pr\u00fcfung der offiziellen KANAL-Seite kurz vor dem Termin.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit: Ein Museum, das seine eigene Form erst finden muss<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">KANAL beginnt mit einem bemerkenswerten Widerspruch: Es er\u00f6ffnet als gro\u00dfes Museum und behauptet zugleich, ein \u201eMuseum im Werden\u201c zu sein. Die Er\u00f6ffnungsprogrammierung versucht, diese Spannung nicht zu verbergen. Sie setzt auf eine internationale Sammlung, ohne sich darin einzurichten; sie zeigt historische Kunst, ohne sie als abgeschlossenes Kapitel zu behandeln; und sie verbindet die klassische Ausstellung mit Performance, Klang, Architektur und Beteiligung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das kann leicht \u00fcberfordern. Zehn Ausstellungen zum Auftakt, mehr als 350 Werke allein in der zentralen Sammlungsschau und ein Haus mit einer Vielzahl kultureller Funktionen verlangen nach einer klaren Orientierung. Gerade deshalb wird entscheidend sein, ob die programmatische Vielfalt tats\u00e4chlich zu produktiven Beziehungen f\u00fchrt oder lediglich den Eindruck institutioneller Gr\u00f6\u00dfe erzeugt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Voraussetzungen sind allerdings ungew\u00f6hnlich stark. Die Sammlung des Centre Pompidou liefert kunsthistorisches Gewicht, die Br\u00fcsseler Szene bringt Gegenwartsn\u00e4he, und der ehemalige Citro\u00ebn-Komplex verleiht dem Museum eine unverwechselbare r\u00e4umliche und historische Identit\u00e4t. KANAL muss deshalb nicht erst k\u00fcnstlich Bedeutung erzeugen. Seine eigentliche Aufgabe wird darin bestehen, die vorhandenen Bedeutungen miteinander in Spannung zu setzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn das gelingt, k\u00f6nnte hier mehr entstehen als ein neues Museum f\u00fcr Br\u00fcssel: ein Ort, an dem sich die Geschichte der Moderne mit den ungel\u00f6sten Fragen der Gegenwart kreuzt. Genau darin liegt das kulturelle Versprechen dieses ungew\u00f6hnlichen Projekts \u2013 und zugleich die Messlatte, an der sich KANAL nach seiner Er\u00f6ffnung wird messen lassen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Quelle:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/kanal.brussels\/en\/press\/kanal-opens-281126\">https:\/\/kanal.brussels\/en\/press\/kanal-opens-281126<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bildnachweis:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00a9 Koen Van Damme<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein kultureller Neubeginn f\u00fcr Br\u00fcssel Br\u00fcssel besitzt eine eigent\u00fcmliche kulturelle Spannung: Die Stadt ist seit Jahrzehnten ein bedeutender Schauplatz zeitgen\u00f6ssischer Kunst, doch ein gro\u00dfes Museum f\u00fcr moderne und zeitgen\u00f6ssische Kunst fehlte bislang. Mit KANAL-Centre Pompidou soll sich diese institutionelle Leerstelle am 28. November 2026 schlie\u00dfen. 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