Station: [654] Dietenberger-Bibel

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Biblia, beider Allt vnnd Newen Testamenten: fleissig, treülich vn Christlich nach alter, inn Christlicher kirchen gehabter Translation. Johannes Dietenberger

Bibelübersetzung im Auftrag des Mainzer Erzbischofs

1534; Mainz: Peter Jordan für Peter Quentel in Köln; Holzschnitte von Hans Sebald Beham und Anton Woensam; Folio; Deutsche Bibelgesellschaft GB 1534

Diese römisch-katholische Bibel erscheint noch vor der lutherischen Vollbibel im selben Jahr. Auch in dieser deutschen Bibel ist die Wirkung von Luthers Übersetzung zu spüren. Es gibt nur wenig Unterschiede, insbesondere im Neuen Testament. Als gelehrter Humanist folgt Johannes Dietenberger an einigen Stellen der hebräischen und griechischen Vorlage – so bei der Zählung der hebräischen Psalmen – und weicht dabei von der lateinischen Vulgata ab. Die Dietenberger-Bibel, auch in revidierter Version, bleibt bis ins 18. Jahrhundert die wichtigste römisch-katholische Übersetzung.

Dietenberger kämpft in den 1520er Jahren gegen Luthers Lehre in Frankfurt. Als die Stadt Stadt Frankfurt 1525 die Reformation einführt, muss er das Dominikanerkloster verlassen. Er bleibt ein Gegner der Reformation. Seine Polemik gegen Luthers Lehre ist in dieser Bibel-Ausgabe allgegenwärtig.