Station: [11] Römerzeit in Dotzheim

  • Kaiserbüste

M: Der römische Kaiser Severus Alexander regierte von 222 bis 235. Und genau aus dem ersten Jahr seiner Regentschaft – 222 – stammt das älteste datierbare Zeugnis einer Besiedelung auf dem heutigen Dotzheimer Gebiet: der sogenannte Fortunatus-Stein. Vielleicht haben Sie eine Kopie dieses unscheinbaren Steins schon auf dem Museumsplätzchen gesehen. Wenn nicht, schauen Sie nachher dort vorbei.

Hier an der Wand rekonstruiert eine Zeichnung das Aussehen des Steins mit seiner lateinischen Inschrift. Es handelt sich um einen Weihealter, der offensichtlich von den beiden Bauern Fortunatus und Seius einer Gottheit gestiftet wurde. Durch die Erwähnung des Kaisers Severus Alexander kann der Fortunatus-Stein auf das Jahr 222 datiert werden.

F: Man geht davon aus, dass Fortunatus und Seius in einem der Gutshöfe lebten, die vor den Toren von Wiesbaden – dem antiken Aquae Mattiacorum – entstanden waren. Auf dem Gebiet des heutigen Dotzheims sind mehrere solcher Gutshöfe nachweisbar. Sie versorgten die römische Stadt mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen.

M: Eine kontinuierliche Besiedelung des Dotzheimer Gebiets ist seit dem 3. Jahrhundert nachweisbar. Doch erst im 19. Jahrhundert begann die Suche nach den Überresten dieser langen Geschichte. Der Fortunatus-Stein wurde beispielsweise 1824 unweit von hier, in der Dörrgasse, entdeckt. Treibende Kraft hinter diesen archäologischen Untersuchungen war der damalige Ortspfarrer Johann Christian Reinhold Luja. Pfarrer Luja war zwischen 1818 und 1836 Gemeindepfarrer in Dotzheim und hat sich große Verdienste um die Heimatkunde in Dotzheim und Nassau erworben. Viele seiner Fundstücke befinden sich heute in der Sammlung Nassauischer Altertümer des Stadtmuseums Wiesbaden. Doch einige Münzen, Scherben, Spielsteine und sogar einen Lederschuh aus römischer Zeit können Sie auch hier bewundern.

F: Schauen Sie sich in Ruhe in unserer Römerecke um. Danach begeben Sie sich bitte in den nächsten Raum. Hier geht es um die Geschichte Dotzheims seit dem Mittelalter. Und hier treffen Sie auch Pfarrer Luja wieder…