Ein Königreich auf Reisen: Die Ausstellung „Hawaiʻi: a kingdom crossing oceans“ im British Museum

Ein Blick auf die globale Verflechtung der Kulturen

Das British Museum lädt mit „Hawaiʻi: a kingdom crossing oceans“ zu einer Reise in die faszinierende Geschichte des hawaiianischen Königreichs ein, einem Kapitel, das oft im Schatten westlicher Erzählungen geblieben ist. Diese Ausstellung öffnet ein Fenster zu einer Welt, in der sich kulturelle Identität, globale Diplomatie und künstlerische Meisterwerke auf einzigartige Weise vereinen. Im Fokus steht nicht nur die Verbindung zwischen Hawaiʻi und Großbritannien, sondern auch die Frage, wie Objekte und Geschichten über Ozeane hinweg Bedeutung bewahren und transformieren.

Die thematischen Schwerpunkte: Kunst, Diplomatie und Erinnerungskultur

Die Ausstellung, die 2026 im Joseph Hotung Exhibition Gallery des British Museum eröffnet, widmet sich der reichen Kultur Hawaiʻis, ihren historischen Begegnungen mit dem Westen und den globalen Reisen hawaiianischer Royals und Diplomaten. Anlass ist das 200-jährige Jubiläum der Reise von König Liholiho (Kamehameha II) und Königin Kamāmalu nach London, einer diplomatischen Mission, die tragisch endete, aber dennoch ein Schlüsselmoment in den Beziehungen zwischen dem hawaiianischen Königreich und der britischen Krone darstellt.

Mit etwa 150 Exponaten, darunter viele erstmals in Großbritannien gezeigte Werke, wird ein breites Spektrum hawaiianischer Kunst und Geschichte präsentiert. Besonders hervorzuheben ist der prächtige Federumhang (ʻahu ʻula) von Kamehameha I., ein Geschenk an König George III., das erstmals seit über 100 Jahren aus der Royal Collection gezeigt wird. Diese und andere Objekte erzählen von den diplomatischen Bemühungen und kulturellen Errungenschaften eines Königreichs, das sich über die Ozeane hinaus vernetzte.

Kuratorisches Konzept und Inszenierung: Stimmen der Vergangenheit und Gegenwart

Die Ausstellung ist das Ergebnis einer intensiven Zusammenarbeit zwischen dem British Museum und hawaiianischen Kulturverantwortlichen, ein Ansatz, der die Perspektiven der indigenen Gemeinschaft in den Vordergrund rückt. Der kuratorische Prozess war geprägt von einem Co-Stewardship-Ansatz, der sowohl die Erzählstruktur als auch die Inszenierung maßgeblich beeinflusste. Besucher betreten die Galerie durch eine Inszenierung, die mit einem imposanten kiʻi (Götterbild) von Kū, dem Gott des Krieges und der Herrschaft, eröffnet wird. Dieses Werk, ergänzt durch zeitgenössische Elemente, symbolisiert die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart.

Hervorzuheben ist auch die Einbindung der hawaiianischen Sprache (ʻōlelo Hawaiʻi), die nicht nur als sprachliches, sondern auch als kulturelles Bindeglied dient. Durch diese Ansätze wird die Ausstellung zu einem Raum des Dialogs und der Reflexion – ein Ort, an dem Objekte und Geschichten zum Leben erweckt werden.

Besondere Leihgaben: Ein Dialog über Zeit und Raum

Neben dem Federumhang von Kamehameha I. zählen weitere außergewöhnliche Leihgaben zu den Höhepunkten. Dazu gehört eine kunstvoll geschnitzte Trommel, die durch den Klang eines alten hawaiianischen Chants begleitet wird, sowie eine Schale, die kürzlich aus dem Bernice Pauahi Bishop Museum in Hawaiʻi zurückkehrte. Diese Objekte illustrieren die fortwährenden Bewegungen von Menschen und Artefakten zwischen Hawaiʻi und der Welt, während die Anglo-Franco-Proklamation von 1843 die formelle Anerkennung der Unabhängigkeit Hawaiʻis durch Großbritannien und Frankreich dokumentiert.

Die Ausstellung im Kontext: Hawaiʻis Vermächtnis in der Gegenwart

„Hawaiʻi: a kingdom crossing oceans“ wirft ein Licht auf die Komplexität der Beziehungen zwischen Indigenität, Kolonialismus und globaler Diplomatie. Die ausgestellten Werke sind nicht nur Artefakte einer vergangenen Ära, sondern auch lebendige Zeugen der kulturellen Resilienz und des kreativen Geistes Hawaiʻis. In einer Zeit, in der indigene Stimmen weltweit nach Gerechtigkeit und Anerkennung streben, bietet diese Ausstellung eine Plattform für Reflexion und Dialog.

Ort der Begegnung: Das British Museum als globaler Kulturraum

Das British Museum, mit seiner ikonischen Architektur und seiner Rolle als eines der bedeutendsten Kulturinstitute der Welt, bietet den idealen Rahmen für diese Ausstellung. Die Joseph Hotung Exhibition Gallery, bekannt für ihre hochkarätigen thematischen Ausstellungen, wird mit dieser Präsentation zu einem Ort des kulturellen Austauschs, der das Profil des Museums als Vermittler globaler Geschichten weiter stärkt.

Praktische Informationen für den Besuch

„Hawaiʻi: a kingdom crossing oceans“ ist vom 15. Januar bis zum 25. Mai 2026 in der Joseph Hotung Exhibition Gallery (Raum 35) zu sehen. Die Öffnungszeiten sind Samstag bis Donnerstag von 10:00 bis 17:00 Uhr und freitags bis 20:30 Uhr. Der Eintritt beginnt bei £14, Kinder unter 16 Jahren haben in Begleitung eines zahlenden Erwachsenen freien Eintritt. Studenten können freitags von einem 2-für-1-Angebot profitieren. Weitere Informationen und Tickets gibt es auf der Webseite des British Museum.

Fazit: Eine Ausstellung von globaler Relevanz

Mit „Hawaiʻi: a kingdom crossing oceans“ gelingt dem British Museum eine eindrucksvolle Verbindung von Kunst, Geschichte und zeitgenössischem Dialog. Die Ausstellung lädt dazu ein, Hawaiʻis Geschichte neu zu entdecken und ihre Bedeutung für die Gegenwart zu reflektieren. Sie ist ein Beispiel für die transformative Kraft von Kulturarbeit, die nicht nur Vergangenes beleuchtet, sondern auch einen Weg in die Zukunft weist.

Weitere Informationen und Tickets: British Museum – Hawaiʻi Ausstellung

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