Altes Residenztheater

Residenzstr. 1, 80333 München, Deutschland

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Beschreibung

Im Ensemble der Münchner Residenz nimmt das Cuvilliés-Theater eine herausragende Stellung als Rokokotheater ein und zählt zu den wichtigsten Bauwerken seines Erbauers François de Cuvilliés in München.

Das Theater entstand nach einem Brand der Residenz 1750 an einem neuen Standort nordöstlich des heutigen Max-Joseph-Platzes. Der Bau wurde zwischen 1751 und 1753 errichtet; die Eröffnung fand am 12. Oktober 1753 mit der Oper Catone in Utica statt. Das Innere ist in Rot und Gold gehalten und zeigt ein hufeisenförmiges Logenhaus mit vier Rängen und jeweils 14 Logen. Die dem Publikum zugewandte, über zwei Stockwerke reichende Kurfürstenloge bildet den gestalterischen Mittelpunkt; gegenüber über der Bühne ist das Allianzwappen des Kurfürsten Maximilian III. Joseph mit seiner Gemahlin angebracht. Die Raumgestaltung spiegelt die damalige Rangordnung: prächtig ausgestattete Logen für Hochadel, zunehmend einfachere Ausstattungen in den oberen Rängen und ein schlichtes Parterre.

Anfangs dominierte italienische Oper das Programm; das Haus wurde vor allem während Karneval und Hoffesten genutzt. Es erlebte zahlreiche Premieren, darunter frühe Werke eines kurfürstlichen Kammermusikdirektors und 1781 Mozarts Idomeneo. Im Lauf des 19. Jahrhunderts wechselten Nutzung und Ausstattung mehrfach: nach Umnutzungen und Einlagerung von Bühnenausstattungen erfolgte 1857 eine Wiedereröffnung. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kehrte man zu originalgetreuen Mozart-Inszenierungen zurück; technische Neuerungen wie eine Drehbühne kamen zur Anwendung. Bedeutende Uraufführungen des 20. Jahrhunderts fanden ebenfalls statt.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das hölzerne Bühneninventar ausgelagert, bevor das Residenzareal zerstört wurde; nach umfangreicher Restaurierung wurden die Teile 1956–1958 in den früheren Apothekenstock transloziert und in das wiederaufgebaute Residenzensemble integriert. Die Wiedereröffnung erfolgte 1958 mit Mozarts Hochzeit des Figaro. Seitdem diente das Haus als Spielstätte für hochrangige kulturelle Veranstaltungen, wurde mehrfach restauriert und 2008 nach erneuter Überholung der Bühnentechnik mit Idomeneo erneut in Betrieb genommen. Heute gehört das Theater zum Repertoire des Bayerischen Staatsschauspiels und bietet daneben Aufführungen des Opernstudios.

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