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Beispieltext
Der 1830 erbaute Striediecksche Hof ist das Herzstück des Museumsen sembles. Bis in die 1930er-Jahre hinein war das denkmalgeschützte Gebäu de Sitz der Zigarrenfabrik Striedieck & Martin, bevor es von der Stadt Bün de übernommen und 1937 als Museum eröffnet wurde. Den Grundstein der Sammlung legten damals zahlreiche ortsansässige Zigarrenunternehmen. Heute beherbergt das Fachwerkhaus ein modernes Museum mit vielfälti gen Exponaten, interaktiven Stationen und verschiedenen pädagogischen Angeboten. Im Erdgeschoss wird die Kulturgeschichte des Tabaks und des Rauchens gezeigt. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts kam die Tabakpflanze nach Europa. Zunächst wurde sie als Heilmittel eingesetzt und gewann später als Genussmittel an Bedeutung. Mehr als 700 Exponate geben einen Einblick in die gesellschaftliche Rolle des Tabakkonsums vergangener Jahr hunderte. Überregional bekannt sind die Riesenzigarre und die Riesenpfeife. Die 170 cm lange Zigarre wurde 1936 von der Bünder Firma Kessing & Thiele mit einem Umfang von 68 cm gewickelt und ist eines der Wahrzeichen des Tabakmuseums. 1967 stellte die Bünder Firma Pollner die Riesenpfeife mit einer Länge von 365 cm und einem Gewicht von 173 kg her. Diese wohl größte rauchbare Pfeife der Welt kann mit 23 kg Tabak gestopft werden. Das Obergeschoss widmet sich der regionalen Tabakgeschichte und dient als Sonderausstellungsfläche. Zu Beginn der 1840er-Jahre siedelte sich im Bünder Land das Zigarrenmacherhandwerk an. Der Anschluss an das Eisenbahnnetz ab 1855 ebnete den Weg in eine neue Zeit. Fortan konnte Rohtabak um ein Vielfaches schneller und effizienter importiert werden, wovon die heimische Zigarrenindustrie und zahlreiche Zulieferbetriebe im mens profitierten. Bereits um 1900 waren mehr als 80 Zigarrenbetriebe in Bünde und Umgebung ansässig; Mitte des 20. Jahrhunderts waren es über 200 – rund 90 Prozent der Bevölkerung arbeiteten in der Tabakindustrie.