Das Musée de la civilisation in Québec City ist ein staatliches Museum, das sich der Erforschung der menschlichen Identität und der kulturellen Entwicklung der Gesellschaft widmet. Es wurde am 19. Dezember 1984 offiziell gegründet und öffnete am 19. Oktober 1988 seine Pforten für die Öffentlichkeit. Das Museum befindet sich im historischen Stadtteil Vieux-Québec in unmittelbarer Nähe zum Sankt-Lorenz-Strom. Das von dem renommierten Architekten Moshe Safdie entworfene Gebäude gilt als ein Meisterwerk der zeitgenössischen Architektur. Es zeichnet sich durch die harmonische Integration historischer Bausubstanz aus, darunter das Maison Estèbe aus dem Jahr 1751 und die ehemalige Banque de Paris. Die Architektur nutzt lokale Materialien wie Kalkstein, Glas und Kupfer, um sich in das Stadtbild einzufügen, während markante Elemente wie das turmartige Dachfenster und die öffentlichen Treppenaufgänge moderne Akzente setzen.
Die Sammlungen des Museums umfassen über 225.000 Objekte aus den Bereichen Ethnografie, Geschichte und Kunst. Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Geschichte der Provinz Québec und der indigenen Völker Kanadas. Zu den wichtigsten Dauerausstellungen gehört „C'est notre histoire“ (Dies ist unsere Geschichte), die in enger Zusammenarbeit mit den elf First Nations und Inuit-Nationen Québecs entwickelt wurde. Sie vermittelt einen tiefen Einblick in die Kulturen, Traditionen und aktuellen Realitäten dieser Gemeinschaften. Eine weitere bedeutende Dauerausstellung ist „Le Québec, autrement dit“, die sich mit der gesellschaftlichen Entwicklung und der kollektiven Identität der Menschen in Québec auseinandersetzt.
Neben den festen Installationen präsentiert das Museum regelmäßig wechselnde Sonderausstellungen zu globalen und lokalen Themen, oft mit einem Fokus auf interdisziplinäre und interaktive Vermittlung. Das Konzept des Hauses versteht sich als „Musée de société“, das nicht nur Artefakte bewahrt, sondern als Forum für den Dialog über gesellschaftliche Veränderungen fungiert. Mit jährlich rund 600.000 Besuchern zählt es zu den meistbesuchten Museen Kanadas und wurde bereits mit zahlreichen nationalen und internationalen Architektur- und Museumspreisen ausgezeichnet, darunter dem Governor General’s Award in Architecture im Jahr 1992.