Station: [6] “Wege“


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Nach den Wurzeln der Creglinger Juden in ihrer Heimat geht es in diesem Stockwerk um deren Lebenswege – und um ihre oft genug aufgezwungene Mobilität.

Von den Hausierern und Lumpensammlern, die ihren Lebensunterhalt mit dem Wanderhandel bestritten, über die Viehhändler bis hin zu den Freiheitssuchenden, die ihr Glück in der Auswanderung fanden. Viele jüdische Familien aus Creglingen zog es aus dem Taubertal in die weite Welt. Und einige ihrer Nachfahren gelangten in den USA oder England zu Ruhm und Reichtum. Die blauen Stelen an der linken Raumseite stellen Ihnen einige dieser Lebenswege vor.

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Erinnern Sie sich an Raphael Blumenfelds Torawimpel im Erdgeschoss? Raphaels Enkelsohn David Blumenfeld wandert Mitte des 19. Jahrhunderts in die USA aus und wird dort zum Herausgeber der größten deutschsprachigen Zeitung der Vereinigten Staaten: des so genannten „Watertown Weltbürger“. Sein Sohn Ralph D. Blumenfeld wird ebenfalls Zeitungsverleger. Ein Telefonat, das er 1927 mit seinem Verlegerkollegen Ralph Pulitzer führt, geht in die Geschichte ein: Es ist das erste transatlantische Telefongespräch überhaupt!

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Eine entfernte Verwandte – auch sie Nachfahrin von Raphael Blumenfeld – lernen Sie kennen, wenn Sie sich die Pultvitrinen in der Raummitte anschauen. Es ist Julia Sinsheimer, die für unser Museum von besonderer Bedeutung war.

 

Foto: © Martin Heuwinkel