Station: [28] Manillen

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Manillen waren von etwa 1500 bis Mitte des 20. Jahrhunderts der gesamten Guineaküste entlang und bis ins afrikanische Hinterland hinein weitverbreitet. Es handelte sich bei dieser Währung ursprünglich wohl um Arm-, Hals- oder Beinringe – um Schmuck also, der sich im Lauf der Zeit zum Zahlungsmittel entwickelte. Die Europäer benutzten Manillen vorab zum Erwerb von Sklaven; in Europa nannte man die Ringe deshalb oft «Sklavengeld». Den Einheimischen jedoch dienten sie ursprünglich vor allem als Brautzahlung und manchmal auch zum Kauf von Vieh. Manillen gehören zum Schmuckgeld. Diese Form von Geld behält ihre ursprüngliche Form oft bei. Gleichzeitig gilt aber bei Metallschmuck das Motto: Je grösser das Gewicht und damit der Metallgehalt, desto höher der Wert. Das führte zu Auswüchsen – also zu Manillen, die kaum jemand mehr zu tragen imstande war. Die grössere von unseren beiden Mondua-Manillen aus Nigeria wiegt fast 2 Kilogramm und gehörte damit sicher nicht zum Alltagsschmuck ihrer Besitzerin. Das war aber nichts im Vergleich zu den wirklich wertvollen Stücken, die teilweise bis zu 14 Kilogramm wogen und damit definitiv nicht mehr zum Tragen geeignet waren. Solche grossen Manillen liefen nicht als reguläre Zahlungsmittel um, sondern dienten als Brautzahlungen und Statussymbole. Reine Geldfunktion hatten dagegen die Manillen, die unter den Nummern 79 bis 81 zu sehen sind. Es sind sogenannte Birmingham-Manillen, benannt nach der englischen Stadt Birmingham, wo sie im 19. Jahrhundert massenweise aus Messing gegossen wurden.