Station: [4] Wohnteil Küche und „Kleine Stube“


Gleich hinter dem Eingangsflur liegt der wichtigste Raum des ganzen Hauses: die Küche. Hier brennt das Herdfeuer, hier ist es immer warm und hier findet sich die Familie zum Essen zusammen.

Schauen Sie sich um: In der Küche und der links daran angrenzenden „Kleinen Stube“ spielte sich das Alltagsleben ab, denn Kochen, Backen und Handarbeiten nahmen sehr viel mehr Zeit in Anspruch als heute.

Vorne in der Ecke, dort, wo heute der große, hellgraue Waschkessel und der Herd stehen, befand sich zur Zeit von Familie Händel wohl ein fest eingemauerter Herd. Zwischen den Fenstern war außen ein Brotbackofen angebaut, der auf den Flurstücksplänen bis heute sichtbar ist. Wo heute das Küchenbüffet steht, buk die Hausfrau also früher ihre Brote… sofern sie nicht doch den Weg zur Bäckerei Haase gleich gegenüber vorzog, die schon seit 1879 das Dorf mit Brot und Backwaren versorgt.

Die Brandversicherungsakte von 1914 führt außerdem einen offenen Abzug auf. Solche Abzüge wurden nach ihrer Bauweise aus Holzstaken und Lehm auch „Klöppelesse“ genannt. Befeuert wurde der Herd mit Holz oder getrockneten Torfbriketts, die im nahegelegenen Torfmoor Nasseböhla gestochen wurden.

Den Charme dieser alten Küche machen jedoch die nostalgischen Gerätschaften aus: Die Flotte Lotte für die Apfelmuszubereitung ist wohl vielen noch vertraut. Auch die charakteristische Herzchenkleeblattform des Waffeleisens hat sich kaum verändert.

Die trommelförmige Apparatur mit Drehkurbel ist hingegen vollkommen aus unserem Alltag verschwunden: Die waagerechte Trommel konnte mit Getreide gefüllt, verschlossen und dann in der Hitze gedreht werden. Heraus kam: gerösteter Getreidekaffee, eine heute fast vergessene herb-würzige Spezialität!

Alle Abbildungen: © Bauernmuseum Zabeltitz