Station: [5] 20 Perlen für ein Totem

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Objekt: Hawock (Muschelgeld), 19. Jahrhundert

Manchmal kann mein Bruder ziemlich blöd sein. Zur Zeit führt er sich auf, als sei er schon ein Chief. Bring dies, bring das. Ich will essen. Dein Brei schmeckt mir nicht. Und alles nur, weil er jetzt auch ein Mitglied das Clans ist, der zu Ehren des großen Bären tanzt. Ich hab gefragt, was sie da tun, und dann hat er großartig gesagt, dass er mir nichts verraten darf, weil ich ja nur eine Frau bin. Nur Männer dürfen dort Mitglied werden. Aber als er seine 20 Muschelperlen gebraucht hat, da ist er zu mir gekommen und hat "bitte, bitte" gesagt, nur damit ich ihm besonders schöne Perlen mache. 20 Muschelperlen braucht er nämlich als Geschenk, damit sie ihn überhaupt zur Initiation zulassen. Ich bin ja nicht so. Ich habe ihm die schönsten Perlen gemacht. Ich hab dafür die schönsten und größten Muscheln benutzt, die ich gefunden habe. Ich hab die Perlen herausgeschnitten, sie sorgfältig rund geschliffen, durchbohrt und dann immer wieder auf der Scheibe poliert. Sie waren wirklich perfekt! Vier Dollar hätte ich für die 20 Perlen haben können, wenn ich sie verkauft hätte. Für die normalen bekomme ich höchstens einen Dollar für 20 Stück. Aber ich wollte, dass mein Bruder damit Ehre einlegt bei den anderen Männern. Schließlich sollen sie ihn achten, auch wenn er noch jung ist. Und jetzt will er mir nicht einmal sagen, was die da bei der Initiation gemacht haben. Ich erzähl es sicher nicht weiter. Aber so sind sie, die Männer.

A. Hingston Quiggin, A Survey of Primitive Money: The Beginnings of Currency. Chapter IX. America and the West Indies