Station: [302] Der Hexenhammer – Malleus Maleficarum

  • Hexenmuseum Schweiz

Die Idee zum Hexenhammer entstand, als Kramer mit einer Inquisition in Innsbruck in der Diözese Brixen scheiterte. Als Reaktion auf diese Niederlage verfasste er seinen Traktat, um seine Position zu stärken und die Verfolgung vor den Gegnern zu rechtfertigen. Er stand dabei unter Zeitdruck, was durch zahlreiche Fehler bei den Nummerierungen der Kapitel, Fragestellungen und Querverweisen deutlich wird. Durch den Buchdruck verbreitete Kramer den Hexenhammer (Malleus Maleficarum), über 30‘000 Mal und raubte mit dieser Schrift nachweislich über 60'000 Frauen das Leben. Um seinem Werk Autorität zu verleihen, nannte er Jacob Sprenger als Mitautoren. Als Sprenger mitbekam, an diesem Buch mitgewirkt zu haben, distanzierte er sich öffentlich von dem Buch und seinem Mitbruder. Der Hexenhammer wurde in 3 Teile untergliedert. Im ersten Teil definiert Kramer was unter einer Hexe zu verstehen sei. Gelegentlich spricht er zwar von männlichen Zauberern, bezieht sich aber hauptsächlich auf das weibliche Geschlecht. Seiner Meinung nach sind Frauen für die schwarze Magie anfälliger als Männer. Sie seien schon bei der Schöpfung benachteiligt gewesen, weil Gott Eva aus Adams Rippe schuf. Die Gleichberechtigung der Geschlechter, die im ersten Teil der Genesis geschildert wird, ignorierte Kramer, weil es nicht zu seiner Argumentation passte. Außerdem warf er den Frauen Defizite im Glauben vor.