Station: [601] Handlesen, Chirologie, Chiromantie

  • Hexenmuseum Schweiz

Handlesen, Chirologie, Chiromantie Die am weitesten zurückreichenden Hinweise auf die Kunst des Handlesens lassen sich in den frühen Hochkulturen wie dem alten Ägypten, den Sumerern und Araber finden. Nebst Hinweisen aus dem alten China gibt es auch Beschreibungen zur Handlesekunst in den uralten Veda-Schriften Indiens. Diese könnten sogar den Ursprung der Handlesekunst bedeuten. Eine erste schriftliche Aufzeichnung in Latein stammt aus dem Jahr 1160 n. Chr. von einem englischen Mönch namens Eadwine. In seinem Eadwine-Psalter widmete er sich hauptsächlich religiösen und liturgischen Themen. Nebst persönlichen Texten verfasste er auch eine kurze Abhandlung über die Numerologie sowie die Wissenschaft des Handlesens. Die erste deutschsprachige Schrift verfasste der Leibarzt und Hofdichter Johannes Hartlieb um 1448. Hartlieb wirkte damals am Münchner Hof beim Herzog Albrecht III. von Bayern. Er schrieb diese Abhandlung mit dem Titel Chiromantia für Albrechts Frau Anna von Braunschweig. Die heutige Handlesekunst verbindet uraltes Wissen mit den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Viele moderne Handdeuter betrachten ihre Arbeit als eine Wissenschaft, die klaren und gut erprobten Gesetzen folgt.