Station: [801] Pest

  • Hexenmuseum Schweiz

Pest Mitte des 14. Jahrhunderts wütete die Pest, an der in Europa 25 Millionen Menschen – ein Drittel der damaligen Bevölkerung – starben. Die Ärzte waren ratlos: Über Erreger und Mecha- nismen, die zur Verbreitung der Pandemie führten, wusste man nichts. Man spekulierte über Fehlmischungen der Körpersäfte oder faule Winde aus dem Erdinneren. Gegenmaßnahmen kannte man ebenso wenig wie Ursachen, also griff man zu „nicht medi- zinischen“ Mitteln: Es wurde gebetet, vor allem zu den „Pestheiligen“ Sebastian oder Rochus, es wurde geräuchert, mit Essig desinfiziert, zur Ader gelassen und vieles mehr angewandt, was damals typisch war im Umgang mit Krankheiten. Über den wahren Auslöser der Pest im Mittelalter weiß man noch gar nicht so lang Bescheid, so umstritten waren die wissenschaftlichen Untersuchungen und Erkenntnisse. Verantwortlich für die Übertragung der höchst ansteckenden Infektionskrankheit bei Mensch und Tier ist das Bakterium Yersinia pestis. Es kann über 200 Wirbeltierarten befallen und ist nicht auf Ratten beschränkt, die man lange für die Pesterreger ansah. Die Krank- heit kann durch den Biss eines verseuchten Insekts übertragen werden, aber auch durch Tröpfcheninfektion, was die primäre Lungenpest auslöst. Übrigens ist die Pest heute keineswegs besiegt: So starben etwa 2013 und 2014 auf Madagaskar mehrere Dutzend Menschen an Lungenpest.