Station: [6] Eisernes Tor


Sie stehen nun am eigentlichen Eingang der Burg, dem Eisernen Tor. Tore waren die Schwachstellen einer Burg. Daher wurden sie gut befestigt. Dieses hier wurde mit Eisenplatten verstärkt und mit einem Fallgitter versehen. Rechts und links des Tores schließen sich zweigeschossige Galerien an. Durch die Schießscharten und die obere Zinnen konnte das Tor selbst, aber auch der Aufgang zum Tor, bewacht und beschützt werden. Zwei untere Schießscharten der rechtsseitigen Galerie liegen heute frei. Vielleicht entdecken Sie sie ja! 

Eine Datierung dieser Verteidigungsanlage findet sich auf dem Schlussstein des Spitzbogens. Die gotische Inschrift nennt uns das Jahr 1491 und Graf Otto als Erbauer. Über dem Gewölbe hat die Schlosskirche aus derselben Zeit ihren Platz gefunden und stellte das Ensemble unter göttlichen Schutz. Damals wie heute ist das große Haupttor bei Nacht oder in unsicheren Zeiten verschlossen und die Burg dann nur über die kleine seitliche Pforte betretbar. 

Rechts in der Mauer des Durchgangs befindet sich ein kleines Gefängnis. Es trägt den Namen „Böse Herberge“ und stammt ebenfalls aus dem 15. Jahrhundert. Oberhalb der Türe steht ein Hinweis, dass man hier zwar leicht hineinkommt, aber nur schwer wieder hinaus. Auf der Bohlentür zeugen Graffiti davon, wie die Inhaftierten, die den Burgfrieden gebrochen hatten, verspottet wurden.

Früher hing hier noch eine Bildtafel aus dem Jahr 1527. Sie können sie jetzt auf Ihrem Bildschirm sehen: „Wer dissen Burgfrieden bricht, der wird also gericht“, steht dort geschrieben. Die Warnung wurde durch die drastische Darstellung - eine Axt hackt eine Hand ab - auch für des Lesens Unkundige klar verständlich gemacht.

Sie haben den Aufstieg fast geschafft! Nur noch wenige Stufen unter der Kirche hindurch bis Sie rechterhand zu Ihrem Eingang gelangen.

Alle Abbildungen: © Schloss Braunfels