Station: [4] Der Schmied


„Keine Baustelle in dieser Zeit kommt ohne ihn aus: den Schmied. Was er aus Eisen formt, was er feilt und hämmert, hält fast ein halbes Schloss zusammen: Nägel und Haken, massive Maueranker oder exakt gearbeitete Türangeln. All das kann sich ein Bauherr nicht einfach fertig liefern lassen – das geht vielleicht bei einfachen Nägeln, die in großer Zahl von auswärtigen Schmieden stammen. Wenn es aber auf passgenaue Arbeiten ankommt – etwa bei Balkenklammern oder Mauerankern –, dann muss der Schmied vor Ort selbst ran. Auch in Horst.

Zwei Horster Schmiede aus jener Zeit sind bekannt: Für die Jahre 1552 bis 1566 wird als sogenannter „Schmied in der Freiheit“ Horst Henrych Smyt genannt, für die Jahre 1557/58 ein Meister Bertolt Smyt, vielleicht sein Bruder. Sie beziehen für ihre schweißtreibende Maßarbeit das Eisen aus der gesamten Region:  aus Breckerfeld oder Schleiden, aus Essen oder Dortmund. Was die Spezialisten Horst Henrych oder Bertolt Smyt in ihren Werkstätten zwischen Amboss und Esse schaffen, was hier zwischen glühendem Feuer und sprühenden Funken entsteht, erntet übrigens zuweilen mehr als Bewunderung: Im Volksglauben gelten Schmiede noch lange als zauberkundig …“