Station: [02] „Sedimente“ und „Die Geschichte von Lette in 20 Objekten“
Viele Menschen sammeln Dinge, Du vielleicht auch. Damit denken sie über die Welt nach, in der sie leben. Dieser Raum zeigt einen kleinen Teil der Sammlung des Heimatvereins Lette, zum Beispiel Versteinerungen aus der Kreidezeit, Keramik aus der Jungsteinzeit, das liebe Geld, Werkzeuge, Alltagsdinge und Besonderes.
Wie Sedimente haben sich die Objekte hier an der Wand abgelagert. Gegenüber siehst Du „die Geschichte von Lette in 20 Objekten“.
Wir wollen ein paar ganz besondere Stücke hervorheben: Bei den Sedimenten siehst Du zum Beispiel:
Die braungraue Keramik ist gute fünftausend Jahre alt: Sie ist aus der Jungsteinzeit. Die ersten Menschen, die hier sesshaft lebten und feste Häuser bauten, hatten eine eigene Kultur. Die Kulturen kann man z.B. an der Keramik unterscheiden, diese hier ist aus der Trichterbecher-Kultur. Stell Dir vor: Zwei Schüler haben sie in einer Baustelle in Lette in den 1990er Jahren entdeckt – die Gefäße lagen etwa 40 cm tief im Boden.
Das Hausmodell daneben ist ein besonderer Schatz aus dem Bestand und mit Liebe gebaut.
Die Hauben waren traditionell wichtige Kleidungsstücke der lokalen Tracht. Wegen ihrer platten Form heißen diese hier „Tellerhauben“. Am Material und der Verzierung, also an Form, Farbe und Schleife, konnte man erkennen, ob die Frau z.B. ledig oder verheiratet war, ob sie arm oder reich war. Wenn sie Trauer trug, war ein schwarzes Band an der Haube.
Überhaupt hat man mit verzierten Objekten den Alltag verschönert – und mit so manchen Genüssen zum Trinken, Essen und Rauchen.
Das Letter Wahrzeichen ist die Windmühle und deshalb ist sie auf allen möglichen Gegenständen zu sehen: Tellern und Krügen, Aschenbechern, Tabakkästchen oder Spardosen. Heute ist die Windenergie für Lette sehr wichtig – hier gibt es einen der größten Windparks des Landes.
Und bei den 20 Objekten liegt auch etwas ganz Besonderes:
Ein kleines Stückchen Dinosaurier-Eierschale. Es ist wohl das kleinste Objekt in der Ausstellung. Und daneben: Ein großer Ammonit. In der Kreidezeit vor etwa 65 Mio. Jahren war hier ein riesiges Meer, und der Ammonit ist hier gefunden worden. Es ist eine Meeresschnecke. Und obwohl sie mit ihren 10 Tentakeln gut fischen konnten, sind die Schnecken ausgestorben, zur selben Zeit wie die Dinosaurier.
Der Stoßzahn und der Milch-Stoßzahn sind von Mammuts, nämlich Wollhaar-Mammuts, und der große ist der erste, der in Westfalen gefunden wurde – in der Sandgrube der Firma Westquarz im Letter Bruch. Das war eine echte Sensation! Er ist mindestens 12.000 Jahre alt. So ein erwachsenes Mammut konnte bis 3 Meter 50 groß werden. Der andere Zahn ist vom fast kleinsten Säugetier hier: einer Maus.
In der ersten Kirche von Lette haben die Menschen wohl in ihren Taschen gekramt – und wenn etwas herunter fiel, ist manches in die Ritzen im Holzfußboden gekullert; Frauensachen wie Stopfnadeln auf der einen Seite, Männersachen wie Pfeifenstopfer auf der anderen, denn Frauen und Männer saßen getrennt. Solche Dinge hat man später bei einer Grabung gefunden. Und Münzen aus allen Zeiten wie diese mit dem Coesfelder Ochsenkopf.

