Station: [09] Im Spiegel neuer Zeit: Der Friseursalon Puhe nach 1945


Mit dem Kriegsende 1945 beginnt nach dem vollständigen Zusammenbruch von NS-Deutschland langsam auch ein neues Lebensgefühl: politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich. In den Wiederaufbaujahren richtet sich der Blick immer stärker auf die Zukunft. Dazu gehört auch der Wunsch nach Pflege und Sauberkeit. 

Der Besitzer dieses Salons war Heinrich Puhe. Du siehst ihn auf den Fotos. Er hat sein Handwerk früh gelernt, und den Umgang mit Kunden. Mit 14 Jahren ging er in die Lehre. 

Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Kriegsgefangenschaft übernahm er den Salon seines Vaters in Lette. Er führte ihn sein gesamtes Berufsleben lang. Er war so herzlich und freundlich wie seine Partnerin Mia, dass die Letter Kundschaft sogar ihre lebenslange wilde Ehe akzeptierte. Schließlich lebte Mia schon seit ihrer frühen Jugend als Hausmädchen in der Familie. Der Salon ist ihr kleines Zuhause, wohl auch für ihre Kundschaft. 

An den Frisuren und Bärten der Jahrzehnte lässt sich so Einiges ablesen: Ordnung und Romantik, Freiheitsdrang und Rebellion, Experimentierlust oder Nostalgie. Die Illustrierte im Zeitungsständer zeigt dir mehr davon. 

Und im nächsten Raum findest Du das, was heute in Lette so geht.