Station: [7] Schätze in den Vitrinen
Die Vitrinen und Ausstattungsstücke der Felsenkirche zeigen, wie eng Oberstein und die Geschichte dieses Ortes miteinander verbunden sind.
Idar-Oberstein und Edelsteine gehören seit über 600 Jahren zusammen. Diese Verbindung hat auch in der Felsenkirche deutliche Spuren hinterlassen. In der mittleren der drei Vitrinen vor dem Altarraum liegt das Achatkreuz. Es ist naturgewachsen aus dem Stein, der diese Region geprägt hat wie kein anderer. Das Kreuz ist ein Geschenk der Geschwister Petsch aus Idar-Oberstein. Ein Gegenstück dazu können Sie im Deutschen Mineralienmuseum sehen, direkt am Fuß der Felsenkirche.
Richten Sie dann den Blick zum Altar. Das Kreuz dort besteht aus Bergkristall. Geschaffen hat es der Idar-Obersteiner Graveur August Schmelzer im Jahr 1929. Hier verbinden sich einheimisches Können und einheimisches Material. Je nach Lichteinfall scheint das Kreuz regelrecht von innen zu leuchten.
Die Vitrinen bergen noch mehr. Besonders auffällig ist eine spätgotische Taufschale aus Messing. Sie wurde um 1500 in Nürnberg geschlagen. Dargestellt sind Adam und Eva zu beiden Seiten des Baumes der Erkenntnis. Um den Baum windet sich die Schlange. Rechts vom Altar steht der dazugehörige sechseckige Taufstein. Er stammt aus der Erbauungszeit der Kirche.
Vor den Bänken sehen Sie zwei schwere Eichentruhen mit eisernen Beschlägen. Die ältere stammt vermutlich noch aus dem 14. Jahrhundert. Damit ist sie älter als die Kirche selbst. In diesen Truhen verwahrte die Gemeinde einst ihre wichtigsten Dokumente. Im Felsen waren sie am besten vor Feuer geschützt.
In der linken Vitrine stehen hölzerne Scheffel. Das sind alte Maßgefäße für Getreide. Mit ihnen wurden vermutlich die Naturalabgaben abgemessen, die die Menschen der Kirche schuldeten. Also sozusagen ein Vorläufer der heutigen Kirchensteuer.
Selbst die Glocke im Turm erzählt eine ungewöhnliche Geschichte. Sie wurde 1686 gegossen. Ihrer Inschrift nach war sie ursprünglich gar nicht für Oberstein bestimmt, sondern für ein katholisches Dorf an der Mosel. Wie sie hierherkam, weiß niemand genau. Doch eines ist sicher: Sie ist die einzige Glocke dieser Kirche, die beide Weltkriege überstanden hat.
So bewahren die Vitrinen und Ausstattungsstücke nicht nur kostbare Gegenstände, sondern auch viele Spuren der Geschichte dieser Kirche.

