Station: [13] Zimmer des Kammerfrau
Sie befinden sich jetzt in den Gemächern der Königin.
Diese Räume sind spiegelbildlich zu den Gemächern des Königs angelegt.
Das Zimmer, in dem Sie jetzt stehen, gehörte der Kammerfrau. In der Hierarchie der Hofgesellschaft stand sie direkt unterhalb der Hofdamen. Das klingt nach einer klaren Rangordnung. Und genau das war es auch.
Die Kammerfrau war persönliche Dienerin der Hausherrin. Sie stand der Königin sehr nahe. Als engste Vertraute musste sie Tag und Nacht verfügbar sein. Ihr Dienst war also nicht nur eine Aufgabe, sondern ständige Bereitschaft.
Oft war eine Kammerfrau verwitwet. Häufig gehörte sie dem deutschen Adel an. Auch das zeigt, wie eng persönlicher Dienst und gesellschaftlicher Rang am Hof miteinander verbunden waren.
Im Raum fällt sofort ein großes Landschaftsgemälde ins Auge. Es stammt von dem Breslauer Maler Adolf Dressler. Das Bild gehört zur Sammlung Wilhelms des Ersten. Es beherrscht den Raum und setzt einen deutlichen Akzent.
Daneben sehen Sie noch heute die Tür, die in das innenliegende Personaltreppenhaus führt. Dass sie weiterhin sichtbar ist, macht den Raum besonders anschaulich. Plötzlich wirkt das Hofleben nicht mehr fern. Man kann sich leicht vorstellen, wie Menschen hier ein und aus gingen, wie Wege kurz sein mussten und wie sehr dieser Bereich auf unmittelbaren Dienst ausgerichtet war.Zur musealen Ausstattung des Zimmers gehören außerdem Darstellungen königlicher Kutschfahrten. Sie ergänzen den Raum und erweitern den Blick über das private Umfeld der Königin hinaus.

