Station: [17] Lakaien-Aufenthaltszimmer


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Dieser schlicht gehaltene Raum war ein Verbindungs- und Aufenthaltsraum. Er lag zwischen den Gemächern des Königs und der Königin. Seine Aufgabe war also ganz praktisch. Er verband Wege, Übergänge und Aufenthaltsbereiche in unmittelbarer Nähe der königlichen Wohnung.

Von hier aus gelangen Sie auch in das innenliegende Personaltreppenhaus. Über dieses Treppenhaus sind alle Etagen des Flügels erreichbar. Der Raum war damit nicht nur ein Aufenthaltsort, sondern auch ein wichtiger Knotenpunkt im täglichen Ablauf.

Architektonisch ist der Raum sehr zurückhaltend. Eigentlich gliedert nur der Kamin den Raum. Dazu kommen die fest eingebauten Bänke. Sie dienten den Lakaien als vorübergehende Sitzmöglichkeit. Mehr Komfort war hier offenbar nicht vorgesehen. 

Heute richtet sich der Blick auf zwei Porträts des letzten Kronprinzenpaares, Wilhelm und Cecilie. Damit bekommt der nüchterne Raum einen neuen Schwerpunkt. Aus einem Durchgangsort wird ein Ort der Erinnerung.

Das Gemälde Wilhelms zeigt den Thronfolger in der Uniform des in Danzig-Langfuhr stationierten 1. Leib-Husaren-Regiments. Diese Uniform ist sehr markant. Zu sehen sind der charakteristische Totenkopf auf der Pelzmütze, der schwarze Uniformstoff sowie silberne Tressen und Verschnürungen. Das Porträt setzt also nicht auf private Nähe, sondern auf Rang, Rolle und militärische Zugehörigkeit.

Dem gegenüber steht das Pastellporträt der Kronprinzessin Cecilie von Carl Langhorst. Es entstand wenige Jahre nach ihrer Hochzeit. Cecilie trägt das Fabergé-Diadem in Kokoschnikform. Es war ein Geschenk ihrer russischen Verwandtschaft. Außerdem trägt sie die Brosche der Rubinparure der Königin Elisabeth. Dieses Schmuckstück wird heute in der Schatzkammer der Burg Hohenzollern aufbewahrt.