Station: [26] Evangelische Christuskapelle
Sie sind an der evangelischen Christuskapelle der Burg Hohenzollern.
König Friedrich Wilhelm IV. ließ sie zusätzlich zur katholischen Sankt Michaelskapelle erbauen. Der Grund war die unterschiedliche Glaubenszugehörigkeit der beiden Familienzweige. Die Kapelle entstand im neugotischen Stil. Als Vorbilder dienten der Westchor des Naumburger Doms und die Pariser Sainte Chapelle.
Die Fenster entstanden nach Entwürfen von Wilhelm Peters. Sie zeigen die Geburt, die Kreuzigung und die Auferstehung Christi sowie die zwölf Apostel.
Die dritte Burg Hohenzollern wurde von 1850 bis 1867 nach Zerstörung und Zerfall der beiden mittelalterlichen Vorgängerbauten errichtet. Viele Handwerksmeister und Künstler brachten damals ihr Können ein. Einer von ihnen war Heinrich Oidtmann aus Linnich bei Aachen. Der Landarzt entdeckte schon als Student seine Liebe zu bunten Gläsern und gründete 1857 eine Werkstatt für Glasmalerei. Bald erhielt er den königlichen Auftrag, die Burg Hohenzollern mit Bleiglasfenstern auszustatten. Neben den Repräsentationsräumen versah er vor allem die evangelische Christuskapelle mit prachtvoll bemalten Gläsern. Neben biblischen Szenen zeigen sie auch heraldische Motive.
Diese Fenster haben eine bewegte Geschichte. Am 6. August 2013 zog ein Hagelsturm über den Südwesten Deutschlands. Eisgeschosse in Golfballgröße trafen auch zahlreiche Fenster der Burg. Für die Reparatur fand sich schnell die passende Firma: Oidtmann existiert bis heute. In fünfter Generation geführt, hat sie sich auf kunstvolle Fenster, Glasmosaiken, den Schutz empfindlicher Glasmalereien und die Restaurierung historischer Bleiglasfenster spezialisiert.
Auch am 27. Januar 2025 war die Firma sofort wieder vor Ort. Während eines Sturms fiel eine komplette Buntglasscheibe samt Bleirahmung aus der Laibung und zerbrach in tausende Teile.
Die aufwändig gestalteten Buntglasfenster und die Fensterlaibungen der Christuskapelle müssen nach 160 Jahren grundlegend restauriert und gesichert werden. Deshalb ist die Kapelle derzeit geschlossen. Die Arbeiten sollen voraussichtlich bis Ende 2027 andauern. So bleibt dieser besondere Ort auch für die Zukunft erhalten.

