Station: [12] Der Kronschatz
Sie stehen hier vor dem preußischen Kronschatz, dem Höhepunkt der Ausstellung. Schon der erste Blick zeigt, wie sehr hier Glanz, Rang und Zeremoniell zusammengehören.
Links im vorderen Bereich sehen Sie einen Marschallstab Kaiser Wilhelms II. Er ist mit Brillanten und Rubinen besetzt. Die Preußische Armee schenkte ihn dem Kaiser anlässlich seines 25-jährigen Regierungsjubiläums. Es ist ein Geschenk, das nicht nur kostbar ist, sondern auch sehr deutlich von Macht und militärischem Rang erzählt.
Direkt dahinter folgt die preußische Königskrone von 1889. Kaiser Wilhelm II gab sie in Auftrag. Sie ist mit 142 Diamanten im Rosenschliff, 18 Brillanten, 8 Birnenperlen und einem großen blauen Saphir besetzt. Diese Krone ähnelt der ursprünglichen Krone von 1701. Von dieser frühen Krone ist heute nur noch die Kronkarkasse erhalten. Sie befindet sich als Leihgabe des Hauses Hohenzollern im Berliner Schloss Charlottenburg. Das macht dieses Stück besonders spannend: Es zeigt nicht nur kostbaren Schmuck, sondern auch den bewussten Rückgriff auf die Anfänge des preußischen Königtums.
Ein weiteres eindrucksvolles Objekt ist die Stickerei für die Rückwand eines Baldachins. Sie entstand um 1890 in Berlin. Verarbeitet wurden Gold- und Silberfaden, Seide, Wolle und Pappe. Die Stickerei gehörte zu einem Baldachin, der am preußischen Königshof für die öffentliche Aufbahrung von Mitgliedern des königlichen Hauses vor ihrer Beisetzung verwendet wurde. Dieser transportable Baldachin dürfte der letzte seiner Art gewesen sein. Kaiser Wilhelm II ließ ihn noch vor dem Ende der Monarchie 1918 anfertigen. Die aufwendige Arbeit zeigt den preußischen Adler inmitten einer bekrönten Kartusche.
Daneben sehen Sie ein Teil der Paradeuniform des Regiments Garde du Corps aus dem Besitz Kaiser Wilhelms II. Das Regiment Garde du Corps war das bedeutendste und vornehmste Kavallerieregiment der preußischen Leibgarde. Kaiser Wilhelm II bevorzugte bei öffentlichen Auftritten diese besonders malerisch wirkende Uniform. Dazu gehörten ein glänzender Brustpanzer und ein goldfarbener Helm, der von einem silbernen preußischen Adler bekrönt wurde. Vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs trug er eine einfache Interimsuniform dieses Regiments nahezu täglich.
Abgerundet wird dieser Bereich durch hohe Orden und ihre Zeichen. Die Kette und der Stern des Hohen Ordens vom Schwarzen Adler stammen aus dem Besitz König Karls I. von Rumänien aus dem Haus Hohenzollern-Sigmaringen. Dieser Orden war die höchste preußische Auszeichnung. Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg stiftete ihn am Vorabend seiner Krönung, am 17. Januar 1701, als Hausorden. Über ihm sehen Sie die Kette des Königlichen Hausordens von Hohenzollern, der 1850 auf der Burg Hohenzollern gestiftet wurde.

