EINE AUGENWEIDE. Vom stillen Dasein der Dinge
Die diesjährige Sonderausstellung des Domschatz- und Diözesanmuseums lädt den Betrachtenden dazu ein, genau hinzusehen.
Im Mittelpunkt stehen 51 ebenso brillante wie faszinierende Fotografien der Berliner Sammlungsfotografen Sebastian Köpcke und Volker Weinhold, die in einen intensiven Dialog mit historischen Kunstwerken aus den Sammlungen des Museums, des Bischöflichen Seminars sowie aus Privatbesitz treten.
Die Arbeiten der Sammlungsfotografen greifen das traditionelle Genre der Jagd-, Küchen- und Vanitasstilleben der Renaissance auf und übersetzen es in eine zeitgenössische Bildsprache – ästhetisch, spielerisch und mit feinem Sinn für das Morbide. Wie ihre historischen Vorbilder thematisieren sie das Spannungsfeld von Leben und Tod, Schönheit und Vergänglichkeit.
Im Museum korrespondieren die Fotografien mit historischen Darstellungen von Landschaften, Tieren und Pflanzen aus christlichen und weltlichen Bildzusammenhängen. Den Zauber einer „Wunder-kammer“, einer Welt im Kleinen, entfaltet die Ausstellung zusätzlich durch eine Vielfalt ausgewählter Objekte aus Kunst, Kunsthandwerk, Zoologie und Botanik, die zu kleinen Stilleben arrangiert sind. Die liebevollen Zusammenstellungen regen zum Nachdenken an und sollen den Blick öffnen für manch feine, zuweilen humorvolle Details.
Im Bildtypus des Stillebens, dem kunstvollen Arrangement eigentlich lebloser Dinge, wird Alltägliches zum Träger tieferer Bedeutungen. Natur erscheint als Sinnbild von Wachstum, Vergehen und Erneuerung. In der christlichen Ikonographie besitzen zudem viele der Pflanzen und Tiere symbolische Bedeutung und verweisen über das Sichtbare hinaus.
Die Ausstellung lädt ein, das Vertraute neu zu betrachten und Verbindungen zwischen Kunst, Natur und Spiritualität zu entdecken – und eine Augenweide zu erleben.
4. April bis 31. Oktober 2026
Mittwoch bis Sonntag und Feiertags 10.30-17.00 Uhr

