Forms of Alignment, kuratiert von Daniel Laufer und Constanze Murfitt, ist als künstlerisch-zeitgenössische Diskursausstellung konzipiert. Im Zentrum steht nicht die Darstellung festgeschriebener Identitäten, sondern die Frage, wie Beziehungen entstehen: zwischen Menschen und Räumen, Institutionen und Öffentlichkeit sowie zwischen Vergangenheit und Gegenwart.Fünf künstlerische Positionen arbeiten mit Raum, Sprache, Bildlichkeit, Material und sozialen Strukturen. Ihre Arbeiten untersuchen Relationen nicht nur als harmonische Verbindungen, sondern ebenso als fragile, mitunter widersprüchliche Aushandlungen. Beziehung erscheint als etwas, das nicht einfach gegeben ist, sondern hergestellt, getragen, geschützt, begrenzt und immer wieder neu verhandelt werden muss. Gerade in diesen Prozessen treten Ambivalenzen hervor: Nähe kann Schutz bedeuten, aber auch Ausschluss erzeugen; Ausrichtung kann Orientierung geben und zugleich Hierarchien und Abhängigkeiten sichtbar machen.Der denkmalgeschützte Ausstellungsort ist dabei nicht bloß Kulisse, sondern aktiver Teil der Ausstellung. Seine räumlichen, historischen und institutionellen Bedingungen – Denkmal, Öffentlichkeit, Schutz, Schwelle, Fragment und Rekonstruktion – werden als Material ernst genommen. Die Arbeiten treten mit diesen Voraussetzungen in Beziehung, reagieren auf sie, widersprechen ihnen oder verschieben ihre Bedeutung. Auf diese Weise entsteht ein Gefüge, in dem Gegenwart und Geschichte nicht voneinander getrennt erscheinen, sondern sich gegenseitig überlagern.Zugehörigkeiten werden an diesem Ort zwangsläufig mitgelesen. Sie bilden jedoch nicht das kuratorische Ordnungsprinzip. Entscheidend ist vielmehr, welche Fragen die einzelnen Arbeiten öffnen, welche Beziehungen sie herstellen und welche Spannungen sie sichtbar machen und aushalten. Forms of Alignment versteht Ausstellung daher nicht als abgeschlossenen Raum eindeutiger Aussagen, sondern als Ort der Begegnung, der Reibung und der Neuordnung.Der Titel verweist auf unterschiedliche Formen des Sich-Ausrichtens: auf körperliche, soziale, politische, räumliche und institutionelle Konstellationen. „Alignment“ meint dabei weder vollständige Übereinstimmung noch harmonische Einheit. Gemeint ist vielmehr ein vorläufiges Verhältnis, das sich aus Annäherung, Verschiebung, Widerstand und wechselseitiger Abhängigkeit bildet.
28. Aug 2026 - 10:00
Oranienburger Straße 28-30
Berlin
10117
Germany

Current event for "Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum"

Forms of Alignment

28. Aug 2026 - 10:00 – 17. Nov 2026 - 18:00
Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum

Forms of Alignment, kuratiert von Daniel Laufer und Constanze Murfitt, ist als künstlerisch-zeitgenössische Diskursausstellung konzipiert. Im Zentrum steht nicht die Darstellung festgeschriebener Identitäten, sondern die Frage, wie Beziehungen entstehen: zwischen Menschen und Räumen, Institutionen und Öffentlichkeit sowie zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Fünf künstlerische Positionen arbeiten mit Raum, Sprache, Bildlichkeit, Material und sozialen Strukturen. Ihre Arbeiten untersuchen Relationen nicht nur als harmonische Verbindungen, sondern ebenso als fragile, mitunter widersprüchliche Aushandlungen. Beziehung erscheint als etwas, das nicht einfach gegeben ist, sondern hergestellt, getragen, geschützt, begrenzt und immer wieder neu verhandelt werden muss. Gerade in diesen Prozessen treten Ambivalenzen hervor: Nähe kann Schutz bedeuten, aber auch Ausschluss erzeugen; Ausrichtung kann Orientierung geben und zugleich Hierarchien und Abhängigkeiten sichtbar machen.

Der denkmalgeschützte Ausstellungsort ist dabei nicht bloß Kulisse, sondern aktiver Teil der Ausstellung. Seine räumlichen, historischen und institutionellen Bedingungen – Denkmal, Öffentlichkeit, Schutz, Schwelle, Fragment und Rekonstruktion – werden als Material ernst genommen. Die Arbeiten treten mit diesen Voraussetzungen in Beziehung, reagieren auf sie, widersprechen ihnen oder verschieben ihre Bedeutung. Auf diese Weise entsteht ein Gefüge, in dem Gegenwart und Geschichte nicht voneinander getrennt erscheinen, sondern sich gegenseitig überlagern.

Zugehörigkeiten werden an diesem Ort zwangsläufig mitgelesen. Sie bilden jedoch nicht das kuratorische Ordnungsprinzip. Entscheidend ist vielmehr, welche Fragen die einzelnen Arbeiten öffnen, welche Beziehungen sie herstellen und welche Spannungen sie sichtbar machen und aushalten. Forms of Alignment versteht Ausstellung daher nicht als abgeschlossenen Raum eindeutiger Aussagen, sondern als Ort der Begegnung, der Reibung und der Neuordnung.

Der Titel verweist auf unterschiedliche Formen des Sich-Ausrichtens: auf körperliche, soziale, politische, räumliche und institutionelle Konstellationen. „Alignment“ meint dabei weder vollständige Übereinstimmung noch harmonische Einheit. Gemeint ist vielmehr ein vorläufiges Verhältnis, das sich aus Annäherung, Verschiebung, Widerstand und wechselseitiger Abhängigkeit bildet.

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