Das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig und das Deutsche Exilarchiv 1933–1945 der Deutschen Nationalbibliothek würdigen den Fotografen Fred Stein mit zwei Ausstellungen und einem begleitenden Veranstaltungsprogramm im Rahmen des Jahres der jüdischen Kultur in Sachsen (TACHELES 2026).  Fred Stein (1909–1967) wurde in Dresden geboren, studierte Jura und legte 1930 in Leipzig sein erstes juristisches Staatsexamen ab. Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 wurde er als Jude und Sozialist aus dem Justizdienst entlassen, kurz vor Abschluss seines Referendariats. Er flüchtete mit seiner Frau Lilo nach Paris, wo er als Presse- und Porträtfotograf großes Ansehen gewann. 1941 emigrierte Fred Stein nach New York, dort setzte er seine Karriere als Fotograf fort. Heute gilt Fred Stein als Pionier der Kleinbildkamera.  Seine Fotografie war immer auch politisch und sozial. In den Bildern von Kindern, die vor den Schrecken des Spanischen Bürgerkriegs nach Frankreich geflüchtet waren, spiegelt sich seine humanistische Überzeugung wider. Sie waren sein fotografischer Beitrag im Widerstand gegen Faschismus und Nationalsozialismus, während die mit Stein befreundeten Gerda Taro und Robert Capa an der Front fotografierten. Mit seiner Straßenfotografie hielt Fred Stein das alltägliche Leben und die interkulturelle Vielfalt an den Orten seines Exils fest. Seine zahlreichen Porträtaufnahmen, unter anderem von Hannah Arendt, Albert Einstein oder Marlene Dietrich, machten ihn zu einem Dokumentar der deutschsprachigen Emigration. Die Ausstellung »Out of Exile. The Photography of Fred Stein« (1. April bis 4. Juli 2026) in der Deutschen Nationalbibliothek zeigt Leben und Werk des Fotografen im Exil. Die Ausstellung »Fred Stein und der Spanische Bürgerkrieg« (1. April bis 31. Juli 2026) im Capa-Haus zeigt 90 Jahre nach Beginn des Spanischen Bürgerkriegs Fotos geflüchteter Kinder sowie Porträtaufnahmen von Gerda Taro in Paris.
01. Apr 2026 - 12:10
Böttchergäßchen
Leipzig
04109
Germany

Current event for "Stadtgeschichtliches Museum Leipzig - Haus Böttchergäßchen"

Fred Stein und der Spanische Bürgerkrieg

01. Apr 2026 - 12:10 – 31. Jul 2026 - 12:10
Stadtgeschichtliches Museum Leipzig - Haus Böttchergäßchen

Das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig und das Deutsche Exilarchiv 1933–1945 der Deutschen Nationalbibliothek würdigen den Fotografen Fred Stein mit zwei Ausstellungen und einem begleitenden Veranstaltungsprogramm im Rahmen des Jahres der jüdischen Kultur in Sachsen (TACHELES 2026). 
 

Fred Stein (1909–1967) wurde in Dresden geboren, studierte Jura und legte 1930 in Leipzig sein erstes juristisches Staatsexamen ab. Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 wurde er als Jude und Sozialist aus dem Justizdienst entlassen, kurz vor Abschluss seines Referendariats. Er flüchtete mit seiner Frau Lilo nach Paris, wo er als Presse- und Porträtfotograf großes Ansehen gewann. 1941 emigrierte Fred Stein nach New York, dort setzte er seine Karriere als Fotograf fort. Heute gilt Fred Stein als Pionier der Kleinbildkamera. 
 

Seine Fotografie war immer auch politisch und sozial. In den Bildern von Kindern, die vor den Schrecken des Spanischen Bürgerkriegs nach Frankreich geflüchtet waren, spiegelt sich seine humanistische Überzeugung wider. Sie waren sein fotografischer Beitrag im Widerstand gegen Faschismus und Nationalsozialismus, während die mit Stein befreundeten Gerda Taro und Robert Capa an der Front fotografierten.
 

Mit seiner Straßenfotografie hielt Fred Stein das alltägliche Leben und die interkulturelle Vielfalt an den Orten seines Exils fest. Seine zahlreichen Porträtaufnahmen, unter anderem von Hannah Arendt, Albert Einstein oder Marlene Dietrich, machten ihn zu einem Dokumentar der deutschsprachigen Emigration.
 

Die Ausstellung »Out of Exile. The Photography of Fred Stein« (1. April bis 4. Juli 2026) in der Deutschen Nationalbibliothek zeigt Leben und Werk des Fotografen im Exil. Die Ausstellung »Fred Stein und der Spanische Bürgerkrieg« (1. April bis 31. Juli 2026) im Capa-Haus zeigt 90 Jahre nach Beginn des Spanischen Bürgerkriegs Fotos geflüchteter Kinder sowie Porträtaufnahmen von Gerda Taro in Paris.

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