„Exponat des Monats“ ist eine Vortragsreihe der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Städtischen Museums Braunschweig. Jeden Monat gibt es einen Vortrag über ein Objekt, das im Altstadtrathaus ausgestellt ist. Die Präsentation findet in der Kleinen Dornse des Altstadtrathauses statt.Im Landgericht Braunschweig tagte ab dem Frühjahr 1933 das Sondergericht Braunschweig, das mit seinen Urteilen als das zentrale Beispiel für die Unrechtsjustiz im Lande Braunschweig anzusehen ist. Etwa 3000 Urteile wurden gegen mehr als 7000 Männer und Frauen aus dem Freistaat gefällt, darunter viele gegen Kritiker:innen des NS-Systems. Zu diesen Urteilen kamen 92 unmenschliche Todesurteile gegen angebliche „Volksschädlinge“, darunter auch Jugendliche wie Erna Wazinski. Der 18-jährige Günther Morgenstern wurde, obwohl noch nicht einberufen, wegen „Wehrdienstentziehung“ verurteilt und in Wolfenbüttel mit der Guillotine hingerichtet.Noch nicht erforscht ist die Rolle der mehr als 20 Amtsgerichte des Freistaates Braunschweig in der NS-Zeit. Eine Ausnahme bildet die Forschung des Referenten zum Amtsgericht Wolfenbüttel. Dieses bestrafte in der Regel Menschen wegen geringfügiger Delikte. Der Anteil politischer Verfahren nach 1933 ist relativ gering.Vorgestellt werden auch Urteile gegen Amsterdamer Juden, die von militärischen Gerichten, sog. Feldgerichten, verurteilt wurden. Auch diese sind noch nicht erforscht worden.Bild: Landgericht Braunschweig, Münzstraße, Foto: Dirk Schaper Vortrag von Arnulf Heinemann.Der Eintritt ist frei!
21. Jun 2026 - 15:00
Altstadtmarkt 7
Braunschweig
38100
Germany

Current event for "Städtisches Museum Braunschweig - Altstadtrathaus"

NS-Unrechtsjustiz im Lande Braunschweig

21. Jun 2026 - 15:00 – 21. Jun 2026 - 16:00
Städtisches Museum Braunschweig - Altstadtrathaus

„Exponat des Monats“ ist eine Vortragsreihe der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Städtischen Museums Braunschweig. Jeden Monat gibt es einen Vortrag über ein Objekt, das im Altstadtrathaus ausgestellt ist. Die Präsentation findet in der Kleinen Dornse des Altstadtrathauses statt.

Im Landgericht Braunschweig tagte ab dem Frühjahr 1933 das Sondergericht Braunschweig, das mit seinen Urteilen als das zentrale Beispiel für die Unrechtsjustiz im Lande Braunschweig anzusehen ist. Etwa 3000 Urteile wurden gegen mehr als 7000 Männer und Frauen aus dem Freistaat gefällt, darunter viele gegen Kritiker:innen des NS-Systems. Zu diesen Urteilen kamen 92 unmenschliche Todesurteile gegen angebliche „Volksschädlinge“, darunter auch Jugendliche wie Erna Wazinski. Der 18-jährige Günther Morgenstern wurde, obwohl noch nicht einberufen, wegen „Wehrdienstentziehung“ verurteilt und in Wolfenbüttel mit der Guillotine hingerichtet.

Noch nicht erforscht ist die Rolle der mehr als 20 Amtsgerichte des Freistaates Braunschweig in der NS-Zeit. Eine Ausnahme bildet die Forschung des Referenten zum Amtsgericht Wolfenbüttel. Dieses bestrafte in der Regel Menschen wegen geringfügiger Delikte. Der Anteil politischer Verfahren nach 1933 ist relativ gering.

Vorgestellt werden auch Urteile gegen Amsterdamer Juden, die von militärischen Gerichten, sog. Feldgerichten, verurteilt wurden. Auch diese sind noch nicht erforscht worden.

Bild: Landgericht Braunschweig, Münzstraße, Foto: Dirk Schaper

 

Vortrag von Arnulf Heinemann.

Der Eintritt ist frei!

Visit the cultural regions of germany

All regions
All regions