Station: [10] Dragoner und Ulanen


M: In den Hochzeiten der Garnison waren in Ludwigsburg mehrere tausend Soldaten stationiert – ein farbenfrohes Durcheinander unterschiedlicher Uniformen. 

F: In der Vitrine rechterhand sehen sie die Uniform des Dragoner-Regiments Königin Olga Nr. 25. In Württemberg gab es früher zwei Dragoner-Regimenter, eines in Stuttgart und eines in Ludwigsburg. Letzteres wurde 1806 gegründet. Auf den Schulterklappen des hellblauen Waffenrocks sehen Sie ein orangefarbenes O, samt Krone darauf. Der Buchstabe steht für die Namensgeberin des Regiments, Königin Olga.

M: Mit dem Begriff Dragoner ist ein leichter Reiter gemeint. Die Regimenter gehörten zur berittenen Infanterie. Das bedeutet, sie zogen zwar zu Pferd in den Krieg, gekämpft wurde dann aber zu Fuß. Der Vorteil der Dragoner bestand in ihrer Flexibilität. 

F: Dank ihrer Pferde konnten sie schnell den Einsatzort wechseln und so den Gegner überraschen. Als Mischform zwischen Infanterie und Kavallerie mussten die Dragoner aber auch stets einigen Spott über sich ergehen lassen. 

M: Auf der großen schwarz-weiß Fotografie ist das Ludwigsburger Dragoner-Regiment zu sehen. Das Bild wurde 1907 auf dem Langen Feld aufgenommen. Das Gelände diente unter anderem  als Schauplatz für das sogenannte Kaisermanöver, bei dem rund 20.000 Soldaten beteiligt waren. Ehrengast des mehrtägigen Spektakels war kein Geringerer als Kaiser Wilhelm II. 

F: In der gegenüberliegenden Vitrine können sie die blau-gelbe Uniform eines Ulanen entdecken. In Württemberg gab es zwei Ulanen-Regimenter, die sogenannten „roten“ Ulanen in Stuttgart und die „gelben“ Ulanen in Ludwigsburg. Woher die Namensgebung kommt, können Sie sicher erraten. 

M: Die Ulanen gehörten ebenfalls zur leichten Reiterei. Ihre wichtigste Aufgabe war die Aufklärung. Auf dem Regimentsabzeichen, der Epaulette, ist ein stilisiertes W zu erkennen. Es verweist ebenfalls auf den Namensgeber des Regiments: König Wilhelm I. Die Ulanen trugen ihre Epaulette, anders als andere Regimenter, nicht nur bei Paraden, sondern auch im täglichen Dienst. 

F: Markant ist auch die Kopfbedeckung der Ulanen: die viereckige Tschapka. Das Wort stammt aus dem Polnischen und bedeutet so viel wie Mütze. Je nach Mode lehnte sich Tschapka an andere Kopfbedeckungen an, so wie hier an die Pickelhaube. Der charakteristische Deckel blieb aber stets viereckig. 

Foto: © Garnisonsmuseum Ludwigsburg