Station: [2] GESAMMELT: Ferdinand Förderer (1814-1889) macht seinem Namen alle Ehre
Ich mag den Geruch neuer Bücher, den Geruch nach Druckerschwärze, frischem Papier und Leim. Es spielt keine Rolle, wovon die Bücher handeln. Ich lese alles gern. Daher ging ich in Konstanz bei einem Buchdrucker in die Lehre. Zurück im Schwarzwald ließ man mich aber nicht arbeiten – Ministerialbeschluss: Villingen braucht keine eigene Zeitung, keine Druckerei! Also bin ich ins Ausland und druckte in Rottweil, aber geärgert hat es mich trotzdem. Da verstand es sich von selbst, dass ich mich für Pressefreiheit und Demokratie einsetzte. Als es 1848 darum ging, war ich an vorderster Front, und: Wir hatten Erfolg! Die erste Villinger Zeitung "Der Schwarzwälder" wurde dann bei mir gedruckt. 1857 ließ ich mich in den Stadtrat wählen, organisierte zwei Gewerbeausstellungen mit und war bei der Gründung des Gewerbevereins dabei. Als ich die Druckerei in den 1870er Jahren verkaufte, dachte ich nicht entfernt an "Ruhestand". Jetzt hatte ich endlich mehr Zeit für die Dinge, die mir immer schon Vergnügen bereiteten: Die Stadt voranbringen, eine Bücherei aufbauen und eine Sammlung von Altertümern. Ich schrieb deren Geschichte in meinem Repertorium auf. Und als das Museum im Alten Rathaus 1876 öffnete, erzählte ich den Besuchern alles.
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