Station: [22] Wohnzimmer der Fürstin
Sie befinden sich im Wohnzimmer der Fürstin im Markgrafenturm.
Schon auf den ersten Blick wirkt dieser Raum ungewöhnlich. Seine eher dunkle Farbgebung erinnert fast an eine private Hauskapelle. Dieser Eindruck setzt sich in der Einrichtung fort. Selbst das Sofa an der Wand hat die Form eines Kirchengestühls.
Diese besondere Gestaltung hängt wohl mit einem schweren Verlust zusammen. Im Jahr 1866, nur ein Jahr vor der Fertigstellung der Burg, fiel Prinz Anton von Hohenzollern in der Schlacht bei Königgrätz. Er war ein Sohn des Fürstenpaares und wurde nur 25 Jahre alt. Die Trauer um den jungen Prinzen war besonders für Fürstin Josephine sehr groß. Im sakralen Charakter dieses Wohnzimmers spiegelt sich diese Trauer deutlich wider.
Wenn Sie den Blick zu den Fenstern richten, entdecken Sie in den Laibungen Darstellungen weiblicher Tugenden. Sie setzen ein Motiv fort, das bereits im Empfangszimmer der Königin zu sehen ist. So entsteht eine Verbindung zwischen den Räumen, auch wenn dieses Zimmer eine ganz eigene, stillere Stimmung besitzt.
Auch die Decke lohnt einen genauen Blick. Balken teilen sie in zehn trapezförmige Felder. In jedem dieser Felder sehen Sie auf blauem Grund die Besitztümer des Hauses Hohenzollern-Sigmaringen. Sie sind jeweils mit Namen und Wappen dargestellt.
So verbindet dieser Raum Privates und Repräsentation auf besondere Weise. Er zeigt Trauer und Erinnerung, aber auch die Zugehörigkeit zum Haus Hohenzollern-Sigmaringen. Gerade dadurch wirkt das Wohnzimmer der Fürstin still, persönlich und eindrucksvoll zugleich.

