Das Feldbahn- und Industriemuseum Wiesloch e. V. präsentiert industrielle Relikte und betriebliche Technik der ehemaligen Tonwaren-Industrie-Wiesloch (TIW) und bewahrt deren schmalspurige Bahntradition als lebendiges Technikmuseum.
The Feldbahn- und Industriemuseum Wiesloch e. V. presents industrial relics and operational technology of the former Tonwaren-Industrie-Wiesloch (TIW) and preserves its narrow-gauge railway tradition as a living technology museum.
Das Vereinsgelände liegt auf dem ehemaligen Fabrikareal der TIW, rund 900 Meter nördlich des Bahnhofs Wiesloch-Walldorf. Gegründet wurde der Verein 2001 in einem abgestellten Bauzugwagen der Gattung B3yg auf dem stillgelegten Werksgelände. Zu den frühen Aufgaben gehörte die Freilegung und Sicherung des 1905 errichteten Feldbahnlokschuppens, der nach Bergungen restauriert und mit seinen beiden Schornsteinen als industriegeschichtliches Denkmal erhalten wurde.
The association’s grounds are located on the former TIW factory site, about 900 metres north of Wiesloch-Walldorf station. The association was founded in 2001 in a parked maintenance train coach of the B3yg type on the disused works site. Early tasks included uncovering and securing the field railway engine shed built in 1905, which, after salvage, was restored and preserved with its two chimneys as an industrial-historical monument.
Die TIW selbst entstand 1896 zur Herstellung von Dachziegeln und Falzpfannen und bezog Ton aus der nahegelegenen Tongrube „Demel“. Archäologische Funde deuten auf eine Tongewinnung in der Gegend schon seit der Römerzeit hin. Für den Materialtransport legte das Werk eine feldbahnbasierte Anschlussbahn an die Staatsbahnstrecke Heidelberg–Karlsruhe an; zunächst mit Pferdewagen, ab 1905 auch mit einer 600‑mm‑Dampflokomotive. Nach Brand- und Kriegsschäden wurden Produktion und Anlagen wiederaufgebaut; in der Nachkriegszeit erreichte die Fabrik hohe Produktionszahlen. Mit der Einführung einer vollautomatischen Linie 1974 und der Einstellung des Feldbahnbetriebs 1979 veränderten sich Transport- und Betriebsstrukturen. Die Produktion endete 1989; das Gelände ging an die Stadt Wiesloch.
TIW itself was founded in 1896 to produce roof tiles and interlocking tiles and sourced clay from the nearby 'Demel' clay pit. Archaeological finds indicate that clay extraction took place in the area as far back as Roman times. For material transport the works laid a field-railway connection to the Heidelberg–Karlsruhe state railway line; initially using horse-drawn wagons, and from 1905 also a 600 mm steam locomotive. After fire and war damage, production and facilities were rebuilt; in the post-war period the factory achieved high production figures. With the introduction of a fully automated line in 1974 and the cessation of field railway operations in 1979, transport and operational structures changed. Production ended in 1989; the site passed to the city of Wiesloch.
Heute zeigt das Museum die restaurierte Lokschuppenanlage mit einer mechanischen Werkstatt und einer kleinen Ausstellung zur Ziegelherstellung. Im Außengelände wurde in den vergangenen Jahren ein weitverzweigtes 600‑mm‑Netz aufgebaut, das für Vorführungen und Rundfahrten genutzt wird. Ein Schaustollen mit Grubenbahn erinnert an den historischen Silber- und Eisenerzbergbau der Region. Im Schaubereich „Tongrube“ ist seit 2012 ein funktionstüchtiger Eimerkettenbagger Typ KB1 (Baujahr 1947/48) ausgestellt.
Today the museum displays the restored engine shed complex with a mechanical workshop and a small exhibition on brickmaking. In the outdoor area an extensive 600 mm network has been built in recent years, which is used for demonstrations and passenger rides. A show tunnel with a mine railway commemorates the region’s historical silver and iron ore mining. In the 'Tongrube' display area an operational bucket-chain excavator, Type KB1 (built 1947/48), has been on display since 2012.
Die Fahrzeugkollektion wuchs seit den frühen Sammlungen kontinuierlich; 2004 umfasste sie sieben Lokomotiven, bis 2016 stieg der Bestand auf rund zwei Dutzend Maschinen. Der Bau einer Depothalle zum geschützten Unterstellen der Fahrzeuge zählt zu den laufenden Projekten. Mehrmals im Jahr öffnet das Museum zu Fahrtagen und Sonderveranstaltungen für Besucher.
The vehicle collection has grown steadily since the early acquisitions; in 2004 it comprised seven locomotives, rising to around two dozen machines by 2016. The construction of a depot hall to provide sheltered storage for the vehicles is one of the ongoing projects. Several times a year the museum opens to visitors for running days and special events.