SAVE THE DATE! Ursula Jüngst | Tiepolo | Die Rhythmen der Welt
Neue Sonderausstellung vom 03.10.2026–31.01.2027.
In den Gemälden von Ursula Jüngst halten sich das Gestalten der Welt und
das Reflektieren ihrer inneren Zusammenhänge die Waage. Daraus geht eine
Schönheit hervor, die weder leerem Ästhetizismus noch politischem Aktivismus das Wort redet. Vielmehr schützt sie das Humanum, das so bedroht ist wie lange nicht, durch Einklang mit den Rhythmen der Welt. Wer diese Bilder aufmerksam betrachtet, taucht in die Grundlagen des Lebendigen ein, die allen Menschen gemeinsam sind. Dadurch enthalten sie etwas spontan Verbindendes und zutiefst Versöhnliches. Zeitgemäßer geht es angesichts der
bedrohlichen Zeitläufte kaum – wenn das, was die Gegenwart braucht, den Maßstab für ‚Aktualität‘ abgibt.
Mit ihrer menschenfreundlichen und universal orientierten Motivation traf die Malerin in Giambattista Tiepolo auf einen Verbündeten. Wer mit Ursula Jüngst einmal das Treppenhaus der Würzburger Residenz durchquerte, konnte sofort bemerken, wie innig sie die Verwandtschaft mit dem Venezianer des 18. Jh. unter dessen Weltfresko empfand. Es wurde eine Wahlverwandtschaft daraus, die den Auslöser und den Hintergrund dieser Ausstellung bildet.
Das Martin von Wagner Museum ist, seinen Beständen und seinem Auftrag gemäß, ein Haus für die ältere Kunst. In den seltenen Fällen, da wir Gegenwartskunst zeigen, muss eine besondere Beziehung entweder zu seinen Sammlungsschwerpunkten oder zum Ort vorliegen, an dem sie ihr Domizil haben. In diesem Fall gab der genius loci – die ehemalige Fürstbischöfliche Residenz– den Ausschlag, doch verbinden sich die ausgestellten Werke Ursula Jüngsts auch mit den Gemälden und Zeichnungen Tiepolos in unsererem Bestand. Wir haben daher nicht gezögert, als die Möglichkeit einer Ausstellung ihrer Gemälde im Raum stand – genauer: derjenigen ihrer Gemälde, die entweder unter dem Eindruck der Würzburger Fresken entstanden sind oder im weiteren Sinne die künstlerische Affinität offenbaren.
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