Station: [04] Oskar Schlemmer

  • ACC Galerie Weimar

Oskar Schlemmer (* 4. September 1888 in Stuttgart; † 13. April 1943 in Baden-Baden) war ein deutscher Maler, Bildhauer und Bühnenbildner. Von 1920 bis 1929 war er als Meister am Bauhaus in Weimar und Dessau tätig.

Schlemmer thematisierte in seinen Werken vor allem die Stellung der menschlichen Figur im Raum. In seiner Hauptschaffensperiode (1920–1932) entstanden zahlreiche Gemälde stereometrischer Figuren sowie ineinander greifender Figurengruppen, in deren geometrisch-choreographischer Ausgestaltung universelle Harmonisierungsbestrebungen anklingen. Sein bekanntestes Gemälde ist die Bauhaustreppe aus dem Jahr 1932.

1921 gestaltete Schlemmer Bühnenbilder und Kostüme für Operneinakter von Franz Blei und Oskar Kokoschka, zu denen Paul Hindemith die Musik komponierte. Im September 1922 wurde sein Triadisches Ballett in Stuttgart uraufgeführt; ein dreigliedriger Tanz, dessen Tanzfolgen sich vom Scherzhaften zum Ernsthaften entwickeln. So genannte Figurinen, von Schlemmer entwickelte Kostümkörper, zielten dabei auf eine erste „Demonstration raumplastischer Kostüme“.

Oskar Schlemmer übernahm 1923 die Ausführung für die Wandgestaltung im Weimarer Werkstattgebäude. 1925 übersiedelte das Bauhaus nach Dessau, wo Schlemmer nun auch die Bauhausbühne als eigenständige Abteilung leitete. Er verfasste den grundlegenden Artikel Mensch und Kunstfigur, in welchem er den Anspruch allgemeingültiger Typisierung mittels Maskierung und Kostümierung formulierte. In seinen Dessauer Jahren entstanden auch seine zukunftsweisenden Bauhaustänze. Eine Neuauflage des Triadischen Balletts mit Orgelmusik von Hindemith erfolgte ab 1926 in mehreren deutschen Städten. Die Aufführungen machten Schlemmer international bekannt. Es folgten Einladungen zu Ballettaufführungen in Paris und New York. Ab April 1928 übernahm er umfangreiche Lehrverpflichtungen am Bauhaus. Neben Zeichenunterricht und Bühnetheorie etablierte Schlemmer das Unterrichtsfach "Der Mensch", das sich an zeichnerisch-formalen, biologischen und philosophischen Inhalten versuchte. Im Sommer 1929 verließ Schlemmer das Bauhaus.

Im Herbst 1940 siedelte Oskar Schlemmer nach Wuppertal über, wo er in dem Wuppertaler Arbeitskreis des Lackfabrikanten Dr. Kurt Herberts die künstlerische Verwendung von Lackfarben erproben sollte. Der Unternehmer bot auch einer Reihe anderer Künstler Arbeitsmöglichkeiten, unter ihnen Carl Grossberg, Georg Muche und Willi Baumeister. Offiziell wurden sie als Professoren für Maltechnik geführt. Bei Herberts wirkte Schlemmer an einer Publikationsreihe mit, die unterschiedliche maltechnische Ergebnisse zusammenfasste. Es entstand der Plan zu einem Lackkabinett, Wand- und Deckenbetafelungen, die sich zu einem Gesamtkunstwerk verbinden sollten. Das Projekt wurde aus Kostengründen nicht realisiert. Stattdessen begann Schlemmer 1942 mit den Wuppertaler Fensterbildern seine finale Werkgruppe und realisierte 1941 ein Lackballett, welches am 6. Dezember 1941 einmalig in Wuppertal zur Aufführung kam.

 

Quelle (modifiziert): Wikipedia

Sprecher Oskar Schlemmer: Frieder Langenberger

Gestaltung Audioguide: Jan Michael Hökenschnieder