Station: [18] Siegburger Keramik - Typologie

  • Stadtmuseum Siegburg

Die große Vitrine an der Stirnseite dieses Raumes stellt den Versuch dar, eine Typologie der Siegburger Keramikproduktion vom 11. bis ins frühe 17. Jahrhundert zu präsentieren. Sie macht aber auch klar, wie fließend die Übergänge sind, wie schwierig es ist, bestimmte Gefäßformen voneinander zu entscheiden. Eine besonders wichtige Entwicklung, die auch die Marktchancen der Siegburger Produkte verbesserte, war der Schritt hin von der einfachen Irdenware zum sogenannten Steinzeug. Irdenware ist auch aus minderwertigen Tonen zu erzeugen. Sie hat den Vorteil, dass sie unter Hitzeeinwirkung noch "arbeitet". Man kann in ihr also kochen. Andererseits ist sie nicht wirklich wasserdicht und daher als Trinkgefäß oder zur Einlagerung von Lebensmittelvorräten weniger geeignet. Im Verlauf des Mittelalters lernten die Siegburger Töpfer, ihren Ton bei besonders hohen Temperaturen zu brennen. Er "sinterte", und es entstand das Steinzeug. Es war absolut wasserdicht, konnte allerdings nicht mehr zu Kochgefäßen verarbeitet werden. Im Herdfeuer zersprang es. Aber insbesondere mit ihren Steinzeug Produkten konkurrierten die Töpfer aus der Aulgasse erfolgreich auf den internationalen Märkten.