Station: [182] Centgrafenkapelle und Ebertdenkmal

  • Museum Bürgstadt

Am 5. Januar 1629 befahl Georg Friedrich, Erzbischof von Mainz und Bischof von Worms, dem in Bürgstadt resisierenden Centgrafen Leonhard Gackstatt, eine „geringe Capelle“ zu Ehren Gott des Allmächtigen nächst bei Bürgstadt gelegenen bequemen Berg aufzubauen. Laut der Inschrift über dem Eingang zur Kapelle ist der Bau 1630 begonnen worden. Durch die Wirren des 30-jährigen Krieges konnte die Kapelle nicht fertig gestellt werden. So steht sie heute noch unvollendet als ein Denkmal aus der 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts. Vor der Kapelle erinnert ein Denkmal an den ersten deutschen Reichspräsidenten Friedrich Ebert. Das Denkmal wurde von der Kriegerkameradschaft Bürgstadt errichtet und am Pfingstmontag, 6.6.1927, eingeweiht. Bei der Einweihung waren Mitglieder des Reichsbanners „schwarz-rot-gold“, der Kriegerkameradschaft und des Republikanischen Bundes anwesend. In den 1930-er Jahren wurde die Gedenktafel am Ebert-Denkmal durch "irregeleitete Jugend" zerstört. Der Bildhauer Josef Istel aus Miltenberg hat 1950 ein neues Relief aus Muschelkalk angefertigt, das am 30.4.1950 feierlich eingeweiht wurde. Das Relief zeigt den Reichstagspräsidenten Friedrich Ebert, darüber die Inschrift: "Anno 1927 errichtet" und darunter "Friedrich Ebert erster deutscher Reichspräsident 1919-1925".