Station: [2] Steinzeit


F: Das ist ein Behälter, in dem die Menschen vor 2.000 Jahren ihr Wasser aufbewahrt haben. Denn Wasserwerke und Wasserleitungen und so etwas – das gab es damals noch nicht. Stattdessen hatte jeder seinen eigenen Wasservorrat zu Hause – in solchen Gefäßen.

M: Aber dieses 2.000 Jahre alte Gefäß ist absolut nicht der älteste Gegenstand in unserem Museum! Schau mal in die beleuchtete Vitrine, ganz links: Da siehst du einen kleinen Stab mit ein paar Kerben drin. Das ist eine Harpune und sie ist 8.000 Jahre alt! Mit ihr wurden Fische gefangen. Die Harpune war an einen langen Stock gebunden, so dass man sie wie einen Speer benutzen konnte.
Und wenn ein Fisch vorbeischwamm – zack! – dann konnte man ihn mit ein wenig Übung und Glück aufspießen.

F: Vor 8.000 Jahren sah es hier noch überhaupt nicht so aus wie heute! Föhr war keine Insel, sondern lag mitten auf dem Festland.
Auf der Karte ist ein roter Kreis da, wo heute Föhr ist. Denn der Meeresspiegel war damals viel niedriger und da, wo heute Wattenmeer ist, da war früher ganz normales, festes Land. Und wer Lust hatte, der konnte zu Fuß bis nach Großbritannien wandern. Denn auch Großbritannien war damals keine Insel!

M: Wenn du jetzt an den Vitrinen entlangläufst, dann siehst du, was für Gefäße und Werkzeuge die Menschen in den früheren Jahrtausenden hatten. Die beiden kleinen Töpfe in der zweiten Vitrine sehen ein bisschen aus wie Trichter und deswegen nennt man die Zeit, in der sie entstanden sind, die Zeit der „Trichterbecherkultur“.

F: Manche nennen diese Menschen auch das „Großsteingrabvolk“. Denn wenn jemand gestorben war, dann begruben die Menschen ihn oder sie in Gräbern, die sie aus großen Steinen gebaut hatten. Und darüber wurde ein hoher Erdhügel aufgeschüttet. Den konnte man schon von weitem sehen. Denn auch wenn sich die Landschaft sehr verändert hat – auf Föhr war es immer ganz flach. Und da fiel so ein hoher Grabhügel schon mächtig auf.

M: Und wie es in so einem Grabhügel aussah, das schauen wir uns als nächstes an. Gleich vorne in der Ecke.

Fotos: © Dr.-Carl-Häberlin-Friesen-Museum