Mehr als 122.000 Menschen wurden ab Sommer 1945 in sowjetischen Speziallagern inhaftiert, weil sie Teil des NS-Apparates oder Mitglieder von NS-Organisationen waren. Viele wurden jedoch auf Stalins Geheiß wegen vermeintlicher antisowjetischer Aktionen oder völlig willkürlich verhaftet, darunter zahlreiche Kinder und Jugendliche. Drei Viertel der Haftfälle sind seit Ende des Kalten Krieges durch die russische Justiz rehabilitiert worden. Die Betroffenen wurden zu unschuldigen Opfern politischer Verfolgung erklärt. Die hygienischen Bedingungen in den Lagern waren katastrophal, dazu herrschten Hunger und Krankheit. Im Speziallager Nr. 3 in Berlin-Hohenschönhausen starben bis zu dessen Schließung im Herbst 1946 mindestens 1.000 Menschen an den Folgen. Als die letzten Lager 1950 aufgelöst wurden, übergaben die sowjetischen Behörden viele Gefangene zur weiteren Strafverbüßung an die neugegründete DDR. Weibliche Häftlinge kamen größtenteils nach Hoheneck in Sachsen, das bekannteste und gefürchtetste DDR-Gefängnis für politisch verurteilte Frauen. Zahlreiche Kinder wurden in Haft geboren und anschließend in Heime gesteckt. Erst mit der Entlassung der Mutter – oft nach vielen Jahren –  gab es ein Wiedersehen zwischen Mutter und Kind. Doch die Jahre der Trennung hatten ihre Spuren hinterlassen. Zwei dieser Kinder kommen in unserer Veranstaltung zu Wort: Birgit Stommel wurde 1948 im Gefängnis Bautzen, Rüdiger Sachs 1950 im Frauengefängnis Hoheneck geboren. Sie berichten über ihre Kindheit und die Auswirkungen der Haft ihrer Eltern auf sie selbst – bis heute. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Kindheit hinter Stacheldraht e.V. statt.
20. Sep 2019 - 18:30
Genslerstraße 66
Berlin
13055
Deutschland

Aktueller Termin von "Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen"

Geboren im Gefängnis - Kinder politischer Häftlinge berichten

20. Sep 2019 - 18:30 – 22. Aug 2019 - 00:00
Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen

Mehr als 122.000 Menschen wurden ab Sommer 1945 in sowjetischen Speziallagern inhaftiert, weil sie Teil des NS-Apparates oder Mitglieder von NS-Organisationen waren. Viele wurden jedoch auf Stalins Geheiß wegen vermeintlicher antisowjetischer Aktionen oder völlig willkürlich verhaftet, darunter zahlreiche Kinder und Jugendliche. Drei Viertel der Haftfälle sind seit Ende des Kalten Krieges durch die russische Justiz rehabilitiert worden. Die Betroffenen wurden zu unschuldigen Opfern politischer Verfolgung erklärt.

Die hygienischen Bedingungen in den Lagern waren katastrophal, dazu herrschten Hunger und Krankheit. Im Speziallager Nr. 3 in Berlin-Hohenschönhausen starben bis zu dessen Schließung im Herbst 1946 mindestens 1.000 Menschen an den Folgen. Als die letzten Lager 1950 aufgelöst wurden, übergaben die sowjetischen Behörden viele Gefangene zur weiteren Strafverbüßung an die neugegründete DDR. Weibliche Häftlinge kamen größtenteils nach Hoheneck in Sachsen, das bekannteste und gefürchtetste DDR-Gefängnis für politisch verurteilte Frauen. Zahlreiche Kinder wurden in Haft geboren und anschließend in Heime gesteckt. Erst mit der Entlassung der Mutter – oft nach vielen Jahren –  gab es ein Wiedersehen zwischen Mutter und Kind. Doch die Jahre der Trennung hatten ihre Spuren hinterlassen.

Zwei dieser Kinder kommen in unserer Veranstaltung zu Wort: Birgit Stommel wurde 1948 im Gefängnis Bautzen, Rüdiger Sachs 1950 im Frauengefängnis Hoheneck geboren. Sie berichten über ihre Kindheit und die Auswirkungen der Haft ihrer Eltern auf sie selbst – bis heute.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Kindheit hinter Stacheldraht e.V. statt.

Infos:
https://www.stiftung-hsh.de/