Städtisches Museum Schloss Rheydt

Schlossstr. 508, 41238 Mönchengladbach, Deutschland

Wo Sie uns finden:

Straße
Schlossstr. 508
PLZ/Ort
41238 Mönchengladbach
Land
Deutschland
Telefon
02161-252681
Web
http://www.schlossrheydt.de
E-Mail
info@schlossrheydt.de
Tags
#Museum; Schloss; Renaissance; Stadtmuseum; Kulturgeschichte; Textilstadt
Öffnungszeiten
Mo: geschlossen
Di: 11:00 – 17:00
Mi: 11:00 – 17:00
Do: 11:00 – 17:00
Fr: 11:00 – 17:00
Sa: 11:00 – 18:00
So: 11:00 – 18:00
Standard-Eintrittspreis
7
Eintritt
ermäßigt: 5,- € Gruppen ab 10 Personen: 5,- € Mitglieder des Museumsvereins Abteiberg und der Otto von Bylandt-Gesellschaft: frei

Kinder
0

Spezielle Kombitickets
Gruppen ab 10 Personen: 5,- €

Mitglieder Museumsverbände
frei

Beschreibung

Museum Schloss Rheydt

Schloss Rheydt nimmt unter den zahlreichen Herrenhäusern, Wasserburgen und Adelssitzen am Ufer der Niers einen besonderen Platz ein. Die Anlage ist die einzige heute vollständig erhaltene Renaissance-Schlossanlage am Niederrhein und zählt zu den bedeutendsten Baudenkmälern der Region. Aus der ursprünglichen Ausstattung des Hauses haben sich wenige Bauelemente wie Kamine, Decken, Wandgemälde und Bodenbeläge aus der Renaissancezeit erhalten. Die Bauforschung datiert die Ursprünge des befestigten Herrenhauses bis in das 11. Jahrhundert zurück; die erste überlieferte Erwähnung findet sich in einer Urkunde von 1180. Darin erwarb Erzbischof Philipp von Heinsberg das Lehnsrecht an der Anlage von den „Herren von Rheydt“. Mit dem heutigen Schloss hatte dieser mittelalterliche Vorgängerbau allerdings noch wenig gemein. Erst durch zahlreiche Umbauten und Erweiterungen entstand die heutige Gestalt, die vor allem durch die großen Baumaßnahmen des 16. Jahrhunderts geprägt ist.

Das heutige Museum Schloss Rheydt ist untrennbar mit dieser Baugeschichte verbunden. Seine Geschichte beginnt jedoch nicht erst im Schloss. Bereits 1897 entstand in Rheydt aus bürgerlichem Engagement und heimatkundlichem Interesse eine erste Sammlung. Sie wurde zunächst im Rathaus, später in der Mühlenstraße gezeigt und entwickelte sich schrittweise zu einem städtischen Museum. Als Schloss Rheydt 1917 in kommunalen Besitz gelangte und das Museum 1922 in das Herrenhaus einzog, verbanden sich zwei Entwicklungslinien: das historische Baudenkmal und die museale Sammlung der Stadt. Von da an stellte sich immer wieder neu die Frage, wie Schloss und Museum sinnvoll zusammengehören.

Nach den tiefen Brüchen des 20. Jahrhunderts wurden in der Nachkriegszeit die entscheidenden Weichen gestellt. Aus dem früheren Heimatmuseum entwickelte sich ein kulturhistorisches Museum mit klarem Profil. Ausgangspunkt war die Erkenntnis, dass Schloss Rheydt als original erhaltenes Renaissanceschloss nicht nur Ausstellungsort sein konnte, sondern selbst den inhaltlichen Mittelpunkt bilden musste. Seit den 1950er-Jahren wurde deshalb gezielt eine Sammlung zur Kunst und Kultur der Renaissance und des frühen Barock aufgebaut. Diese Sammlung ist nicht zufällig im Schloss untergebracht; sie wurde für diesen Ort entwickelt. Architektur, Ausstattung und Objekte bilden dadurch bis heute ein in der Region einzigartiges Ensemble.

Das Herrenhaus präsentiert heute diese Sammlung zur Kunst und Kultur der Renaissance in neu gestalteter Form. Im Erdgeschoss steht das adelige Leben am Beispiel der Familie von Bylandt im Mittelpunkt, die Schloss Rheydt im 16. Jahrhundert zu seiner Renaissancegestalt ausbauen ließ und die Geschichte des Ortes über Jahrhunderte prägte. Das Obergeschoss öffnet den Blick auf die Welt der Renaissance: auf Architektur, Repräsentation, Kunst, Wissenschaft, Kartografie, Jagd, Waffen, Sammelkultur und die Frage, wie sich Europa um 1600 selbst und die Welt verstand. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Kunst- und Wunderkammer. Bereits in der Renaissance sammelten Adlige und Patrizier nicht nur kostbare Schätze, sondern auch seltene, fremde, naturkundliche oder kuriose Dinge. Kunstwerke standen neben Naturalien, wissenschaftlichen Instrumenten, exotischen Materialien und Zeugnissen der Entdeckung der Welt. Solche Kunst- und Wunderkammern waren wichtige Vorläufer der modernen Museen.

Im Gewölbekeller wird die Bau- und Nutzungsgeschichte des Schlosses selbst erfahrbar. Archäologische Befunde machen ältere Bauphasen sichtbar und zeigen, dass die heutige Renaissanceanlage das Ergebnis einer langen Entwicklung ist. Zugleich wird hier die Geschichte des Museums mit wichtigen Sammlungsbereichen verbunden. Dazu gehört die Sammlung antiker Kunst des aus Rheydt stammenden Kölner Landgerichtsrats Josef Seuwen. Sie eröffnet Einblicke in die Hochkultur des alten Ägypten und umfasst darüber hinaus Fundstücke aus dem klassischen Griechenland und der römischen Antike.

Die seit 2022 umgesetzte Neueinrichtung des Herrenhauses ist daher eine bewusste und konsequente Fortführung dieser Entwicklungslinien. Sie knüpft an die zentrale Idee der Nachkriegszeit an: Schloss und Museum sollen nicht nebeneinander bestehen, sondern sich gegenseitig erklären. Zugleich wurde die Präsentation inhaltlich, gestalterisch und technisch auf einen zeitgemäßen Stand gebracht. Die Räume erhielten klarere Themen, die Sammlung tritt stärker hervor, die Geschichte des Ortes wird präziser erzählt, und digitale Vermittlungsangebote ergänzen die Ausstellung, ohne den historischen Charakter der Räume zu überlagern. So wird das Herrenhaus als Kern des Museums zukunftsfähig weiterentwickelt.

Die Vorburg bildet den zweiten großen Schwerpunkt des Museums. Seit den 1970er-Jahren wurde sie als Ort für Stadtgeschichte, Archäologie, Textil- und Industriegeschichte sowie Wechselausstellungen erschlossen. Die damalige Neueinrichtung war ein bedeutender Schritt in der Entwicklung des Hauses und wurde 1978 mit dem Preis „Europäisches Museum des Jahres“ ausgezeichnet. Damit entstand der bis heute prägende museale Doppelklang von Renaissance im Herrenhaus und Stadtgeschichte in der Vorburg. Nach baulichen Veränderungen und der Schließung der bisherigen stadtgeschichtlichen Präsentation wird dieser Bereich nun neu gedacht. In den kommenden Jahren soll hier eine zeitgemäße stadtgeschichtliche Präsentation entstehen, die nicht nur zurückblickt, sondern die Stadtgesellschaft stärker einbezieht und Mönchengladbach als gewachsene, vielstimmige Stadt verständlich macht.

Die Kasematten machen die Geschichte des Festungsbaus am Beispiel von Schloss Rheydt anschaulich. Sie zeigen, dass die Schlossanlage nicht allein als repräsentativer Adelssitz, sondern auch als befestigter Ort zu verstehen ist. In der Torburg befindet sich das Museumsatelier. Dort finden Workshops, Kinderkurse, Kindergeburtstage und weitere Vermittlungsangebote statt. Auch dies gehört zum heutigen Selbstverständnis des Museums: Schloss Rheydt ist nicht nur ein Ort der Bewahrung, sondern ein offener Lern-, Erlebnis- und Begegnungsort.

So ist Museum Schloss Rheydt das Ergebnis einer mehr als 125-jährigen Entwicklung. Aus einer heimatkundlichen Sammlung wurde ein Museum, das seine Themen immer wieder neu an den historischen Ort angepasst hat. Die großen Entwicklungsschritte – der Einzug ins Schloss 1922, der gezielte Aufbau der Renaissancesammlung ab den 1950er-Jahren, die Erschließung der Vorburg seit den 1960er- und 1970er-Jahren, die umfassende Sanierung und Neueinrichtung von 1988 bis 1994 und die Neugestaltung des Herrenhauses seit 2022 – folgen einer klaren Linie. Schloss Rheydt wird nicht einfach als Kulisse genutzt. Das Museum erklärt den Ort, und der Ort erklärt das Museum.

Text: Nils Kappen

Ort auf der Karte

Service

Besondere pädagogische Angebote für


Jugendliche, Schüler
ja
Erwachsene
ja
Menschen mit Behinderung
ja

Anreise


Pkw-Parkplatz
ja
Anbindung ÖPNV
ja

Unser Museum verfügt über


Garderobe
ja
Schließfächer
ja
WLAN
FreeWifiMuseum
Audioguide
App: Museum Schloss Rheydt
Museumsshop
ja
Veranstaltungssaal/Vortragsräume (mietbar)
ja
Hinweis bzgl. Haustiere (ggf. Hundebetreuung am Ort)
Hunde sind auf dem gesamten Gelände erlaubt, nicht aber im Museum.
Hinweise zur Nutzung Ihres Smartphones, Fotografieren und Filmen
Das Fotografieren und Veröffentlichen ist ausdrücklich erwünscht!

Barrierefreiheit

Aufzüge im Gebäude


  • Zugang stufenlos
  • Aufzug mit taktiler Schrift/Ansage

Sonstiges


  • Behinderten WC

Beschriftung der Ausstellung


  • Akustisch zugängliche Ausstellungsobjekte

Führungen zu Dauer- und Sonderausstellungen


  • Pädagogische Programme für Besucher mit Lernschwierigkeiten

Sonstiges


Zusätzliche Informationen zum Thema Barrierefreiheit
Das Museum Schloss Rheydt versteht Barrierefreiheit als zentrale Zukunftsaufgabe und als Teil seines öffentlichen Auftrags. Ziel ist es, die 450 Jahre alte, denkmalgeschützte Schlossanlage schrittweise zugänglicher, verständlicher und nutzbarer zu machen – für möglichst viele Menschen und mit Blick auf unterschiedliche Formen von Barrieren. Zugleich setzt der historische Ort klare Grenzen: Bauliche Eingriffe in Herrenhaus, Vorburg, Torburg, Kasematten und Außenanlagen sind nur behutsam, denkmalverträglich und unter Wahrung des besonderen Charakters der Anlage möglich. Barrierefreiheit bedeutet daher nicht allein bauliche Veränderung, sondern auch bessere Orientierung, verständlichere Vermittlung, digitale Ergänzungen, sensible Serviceangebote und eine stärkere Einbindung der Stadtgesellschaft. Schloss Rheydt kann nicht beliebig umgebaut werden; es kann aber konsequent so weiterentwickelt werden, dass mehr Menschen Zugang zu diesem besonderen Ort erhalten. Das ist unser Anspruch.

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