Sächsisches Industriemuseum

Zwickauer Straße 119, 09112 Chemnitz, Deutschland

Wo Sie uns finden:

Straße
Zwickauer Straße 119
PLZ/Ort
09112 Chemnitz
Land
Deutschland
Telefon
+49 371 36 76 140
Fax
+49 371 36 76 141

Web
http://www.saechsisches-industriemuseum.de
E-Mail
chemnitz@saechsisches-industriemuseum.de
Tags
#Industrie

Beschreibung

Als Standort des Zweckverbands Sächsisches Industriemuseum vermittelt das Industriemuseum Chemnitz die regionale Industriegeschichte. Seine Ausstellungsräume befinden sich in der ehemaligen Gießereihalle einer historischen Werkzeugmaschinenfabrik auf einem langjährig industriell genutzten Fabrikareal in Chemnitz.

 

Die Ursprünge des Standorts reichen ins 19. Jahrhundert zurück: Ein Werkstattbetrieb zur Fertigung von Drehbänken und Werkzeugmaschinen wurde 1874 gegründet; später trennten sich die Gründer unternehmerisch. Ende des 19. Jahrhunderts übernahm einer der Unternehmer eine vorhandene Gießerei und erweiterte das Gelände kontinuierlich. 1907 entstand eine moderne Gießereihalle mit einer Arbeitsfläche von rund 4.500 m²; zwei Kupolöfen ermöglichten damals eine Jahresproduktion von etwa 6.000 Tonnen Maschinenguss. In einer benachbarten Montagehalle aus dem Jahr 1897 wurden Leitspindel‑ und Plandrehbänke, Hobel‑ und Bohrmaschinen sowie Dampfmaschinen montiert. Die Nachkriegswirtschaftskrise führte 1925 zur Schließung der Gießerei, später diente die Halle als Lager. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Produktion zeitweise für Rüstungsaufträge genutzt; 1946 folgte die Demontage dieser Fertigung und danach ein Wiederaufbau für zivile Produktion. In der DDR-Zeit gehörte die Gießerei zu einem Kombinat der Chemnitzer Gießereien und trug den Namen eines politischen Funktionärs. Nachdem eine neue Zentralgießerei in Betrieb ging, wurde der Betrieb 1982 stillgelegt und das Areal zum Abriss vorgesehen.

 

Die politischen Umbrüche verhinderten die Sprengung; 1996 beschloss die Stadt, an diesem Ort ein zentrales Industriemuseum einzurichten. Ein erstes kleines Industriemuseum war bereits 1992 an einem anderen ehemaligen Gießereistandort eröffnet worden und wurde später wieder geschlossen. Ab 1999 sanierte die Stadt das Gelände schrittweise: Montagehallen und Nebengebäude wurden entfernt, die Gießereihalle und das benachbarte Maschinenhaus als authentischer Kern erhalten. Heute umfasst der Bestand etwa 30.000 Objekte in 21 Themenfeldern; rund 850 Stück werden dauerhaft gezeigt. Der Fundus enthält knapp 500 Werkzeugmaschinen und etwa 50 Holzbearbeitungsmaschinen. Das Museum erhält einen jährlichen Zuschuss von rund 2,2 Millionen Euro; die Besucherzahlen liegen im Alltag bei etwa 30 Personen und steigen an Aktionstagen auf über 3.500. Im Juni 2023 konnte der millionste Besucher begrüßt werden.

 

Architektonisch sind Gießereihalle und Maschinenhaus bedeutende Beispiele der Industriearchitektur: Die Gießereihalle gliedert sich in vier Hallenschiffe von je etwa 14 Metern Breite und 52 Metern Länge, zeigt eine Klinkerfassade und ein Sheddach und tritt zur Zwickauer Straße mit einer markanten Rundbogenfassade hervor. Ein neuer Verbindungstrakt zwischen den erhaltenen Gebäuden bildet heute den Haupteingang; das neu gestaltete Museum wurde im April 2003 eröffnet.

Ort auf der Karte

Audioguides

Weitere Museen in der Nähe