Station: [1] Einführung

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Es ist erstaunlich, was in den verschiedenen Kulturen und zu verschiedenen Zeiten alles als Geld gedient hat. Diese Auswahl gibt Ihnen einen Begriff davon. Patronen, Salzbarren, Muscheln, Kakaobohnen – sie alle bildeten einst eine Art Währung. Wir nennen diese Geldformen heute «traditionelle Zahlungsmittel». Früher sagte man «Primitivgeld» dazu. Das war nicht abschätzig gemeint, sondern lateinisch: «primitivus» bedeutet «das erste seiner Art». Heute empfindet man das Wort «primitiv» aber als beleidigend. Aber auch mit dem Begriff «traditionelles Geld» ist das Problem der Terminologie nicht erledigt. Denn viele «traditionelle Zahlungsmittel» sind etwas ganz anderes als unser westliches Geld. Wir brauchen unser Geld vor allem, um zu rechnen, zu kaufen, und zu sparen. In traditionellen Kulturen aber gibt es keinen wirtschaftlichen Wert, und damit auch nicht die Vorstellung von einem Preis. Traditionelle Kulturen brauchen ihr Geld für soziale Verpflichtungen, zum Beispiel zur Begleichung der Brautzahlung oder als Sühnemittel, also zum Wiedergutmachen eines Vergehens. So sind traditionelle Gelder wichtige Bestandteile von Ritualen, vor allem von Übergangsriten. Mehr zur Brautzahlung erfahren Sie unter der Station 301, zu Geld als Sühnemittel Station 302, und zu rituellen Zahlungen Station 303. Wenn Sie zu den einzelnen Objekten mehr erfahren möchten, empfehlen wir Ihnen den jeweiligen Vertiefungstext.