Station: [7] Kakaobohne

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Die Kakaobohne lässt sich durchaus mit unserem modernen Münzgeld vergleichen. Der wesentlichste Unterschied: Kakaobohnen besitzen einen grösseren Eigenwert als unsere Münzen. Sie in Mexiko und in Mittelamerika als universelles Zahlungsmittel in Gebrauch. Man konnte mit Kakaobohnen alles kaufen, was der Markt hergab – von der Tomate bis zum Truthahn. Auch Löhne wurden mit Kakao bezahlt. Laut einer Preisliste aus dem Jahr 1545 kostete eine grosse Tomate in Mexiko eine Kakaobohne; für einen Truthahn zahlte man 200. Als die Spanier im frühen 16. Jahrhundert in Mittelamerika landeten, waren Kakaobohnen die Basis eines regelrechten Währungssystems. Man berechnete Preise in Kakaobohnen, und einzelne Bohnen liefen als Kleingeld um. In Säcke verpackt, bezahlte man damit auch für grössere Geschäfte. Obwohl die Spanier nach der Eroberung von Mittelamerika den spanischen Peso einführten, blieben Kakaobohnen weiter in Umlauf. Die Spanier bezahlten damit indianische Arbeiter, und diese wiederum benutzten die Kakaobohnen noch bis ins 19. Jahrhundert als Kleingeld. Unter der Nummer 100 sehen Sie übrigens einen solchen spanischen Peso. Diese Münze ist auch ein schönes Beispiel für kulturübergreifenden Handel: Sie wurde im Namen des spanischen Königs aus mexikanischem Silber in Mexiko geprägt. Die zahlreichen kleinen Einschläge, die auf beiden Seiten der Münze zu sehen sind, stammen hingegen von chinesischen Bankiers und Kaufleuten. Damit bestätigten die Chinesen die Güte des Silbers, denn als beliebte Handelsmünzen liefen die spanisch-mexikanischen Pesos auch in China um.