Station: [9] Tee

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Tee wird seit uralten Zeiten als Zahlungsmittel genutzt. Er ist, wie alle Barrengelder, auch ein Rohstoff: Man kann ihn entweder zum Tauschen benützen oder selbst zubereiten. Solche Teeziegel liefen während Jahrhunderten von Tibet und Burma über Indien und China bis in die Mongolei um. Der Preis eines Teeziegels bemass sich nach der Qualität des Tees: je feiner und je schwärzer, desto wertvoller. Teeziegel der Top-Qualität bestanden aus Pu-Erh-Tee, den Kenner – genau wie Wein – nach Jahrgängen unterscheiden. Je älter der Pu-Erh, desto besser. So machte es durchaus Sinn, ein paar Ziegel aus Pu-Erh-Tee zu lagern und später zu einem höheren Preis zu verkaufen. So trug das Teeziegel-Geld gewissermassen Zinsen. Neben der Qualität des Tees waren auch Angebot und Nachfrage Preisfaktoren; dazu kam die Entfernung zum Markt. Um 1900 bezahlte man in der Mongolei für ein Schaf 12 bis 15 Teeziegel guter Qualität. Solche Teeziegel werden bis heute hergestellt und mancherorts wohl auch noch als Tauschmittel benutzt. Der dunklere Ziegel (Nr. 10) stammt aus moderner Produktion. Der hellere dagegen (Nr. 11) datiert aus dem späten 19. oder frühen 20. Jahrhundert, was sehr selten ist: ihrer Natur gemäss wird diese Art von Währung im Laufe der Zeit verbraucht.