Der Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 markierte den Beginn eines mit äußerster Brutalität geführten Vernichtungskrieges, dem auf sowjetischer Seite etwa 27 Millionen Menschen, darunter Millionen Zivilisten, zum Opfer fielen. Den Besatzungsalltag in den besetzten Gebieten prägten Hunger, Erschießungen und willkürliche Gewalt. Der Holocaust nahm hier Monate, bevor die Deportationen in die Todeslager erfolgten, seinen Anfang. Mehr als 3 Millionen sowjetische Kriegsgefangene starben im Verlauf des Krieges in deutscher Gefangenschaft. Die Geschichte der am Rande des Kaukasus gelegenen Stadt Rostow am Don verdeutlicht die Dimension deutscher Vernichtungspolitik: Im August 1942 wurden hier 15 000 bis 18 000 Juden ermordet. Rostow wurde damit zum größten Tatort des Holocaust im heutigen Russland. Mehrere tausend sowjetische Kriegsgefangene wurden in Lagern der Stadt durch direkte Gewalt oder die Lebensbedingungen getötet. Die Patienten der städtischen Psychiatrie wurden in Gaswagen ermordet. Rund 50 000 Rostower wurden als Zwangsarbeiter nach Deutschland verschleppt.
12. Aug 2017 - 00:00
Zwieseler Straße 4
Berlin
10318
Germany

Current event for "Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst"

Ausstellung: DIE VERGESSENEN | Opfer deutscher Besatzungsgewalt in Rostow am Don 1941-1943

12. Aug 2017 - 00:00 – 08. Oct 2017 - 00:00
Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst

Der Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 markierte den Beginn eines mit äußerster Brutalität geführten Vernichtungskrieges, dem auf sowjetischer Seite etwa 27 Millionen Menschen, darunter Millionen Zivilisten, zum Opfer fielen. Den Besatzungsalltag in den besetzten Gebieten prägten Hunger, Erschießungen und willkürliche Gewalt. Der Holocaust nahm hier Monate, bevor die Deportationen in die Todeslager erfolgten, seinen Anfang. Mehr als 3 Millionen sowjetische Kriegsgefangene starben im Verlauf des Krieges in deutscher Gefangenschaft.

Die Geschichte der am Rande des Kaukasus gelegenen Stadt Rostow am Don verdeutlicht die Dimension deutscher Vernichtungspolitik: Im August 1942 wurden hier 15 000 bis 18 000 Juden ermordet. Rostow wurde damit zum größten Tatort des Holocaust im heutigen Russland. Mehrere tausend sowjetische Kriegsgefangene wurden in Lagern der Stadt durch direkte Gewalt oder die Lebensbedingungen getötet. Die Patienten der städtischen Psychiatrie wurden in Gaswagen ermordet. Rund 50 000 Rostower wurden als Zwangsarbeiter nach Deutschland verschleppt.