Gute Nachrichten: das museum FLUXUS+ wird im Mai 2020 freitags, samstags und sonntags von 13.00 bis 18.00 Uhr wieder geöffnet sein! Das Sonderthema ist nach dem Corona shut-down bis 28. Juni 2020 verlängert! Aus seiner Sammlung präsentiert das museum FLUXUS+ in der Sonderausstellung COSTANTINO CIERVO: OUT – LOOK bislang nicht gezeigte Arbeiten des in Berlin lebenden Italieners Costantino Ciervo. Der Maler, Grafiker und Medienkünstler wurde in seiner Jugend vom politischen Klima in den 70er Jahren in Neapel geprägt, was vielleicht die Frage beantwortet, warum gesellschaftspolitische Themen für ihn so zentral sind. Zu Beginn der 1990er Jahre begann Ciervo mit technischen Apparatu- ren zu experimentieren und nahm an der Biennale von Venedig mit einer interak- tiven Skulptur teil. Den Künstler treibt stets die Frage an, ob und wie in einer Welt voller Individualismus und Paradoxie Ausgleich und Harmonie geschaffen werden können. Die Ausstellung schlägt einen Bogen von Ciervos Tätigkeit als Maler und Zeichner im Berlin der 1990er Jahre hin zu seinen aktuellen, technikbasierten Objekten. Die Zusammenschau dieser technisch/medial sehr unterschiedlichen Arbeiten zeigt die konstante Beschäftigung mit politischen, wie ästhetischen Fragestellungen. Die empfindliche Papierarbeit Hommage an Marcuse (1990), die nur für kurze Zeit gezeigt werden kann, stellt eine Auseinandersetzung mit dem für die Kunst der Nach- kriegszeit wichtigen Vertreter einer post-marxistischen Ästhetik dar. Sie steht der titelgebenden, auf der partizipativen Smartphone-App „Send Protest“ basierenden, 3-Kanal-Videoskulptur out–look gegenüber. Die Videoskulptur gehört zu den neuesten Erwerbungen des Museums und kann als Interpretation der Utopien Marcuses und als Statement zur Demokratisierung in der Kunst gelesen werden. Die Zeitlosigkeit der Arbeiten Ciervos begründet sich aus ihrer Widmung für existen- zielle Fragen der Menschheit heraus. Das ästhetische Spiel mit den Technologien unserer Zeit steht im Zusammenhang mit dem menschlichen Bewusstsein in einer vom Kapitalismus geprägten Welt. Auch Dokumentationen seiner Performances zeigen oftmals groß angelegte, mit Technologie ausgestattete Settings und erinnern in ihrer Ironie und Publikumsbeteiligung an Happenings der Fluxus-Bewegung. Den „revolutionären“ Protest-Charakter der Kunst (Marcuse) jedoch, der darin bestehe, durch die Macht der Phantasie und des Eros die Gesellschaft zu transformieren, verkörpert Ciervos Arbeit auf mehr oder weniger explizite Weise, indem er die politischen Inhalte formal analysiert und ihre ästhetischen Elemente mit der Haltung eines politischen Statements präsentiert. Kurzbiografie: Costantino Ciervo (b. 1961 in Naples, Italy) lebt und arbeitet in Berlin, Deutschland. Ciervo ist einer der führenden Pioniere der interaktiven Videoinstallation und Skulptur. Er studierte Ökonomie und Politikwissenschaften an der Universität für Wirtschaft und Handel, Neapel und Philosophie und Kunstgeschichte an der Technischen Universität, Berlin. 1993 nahm er an der Biennale von Venedig, Italien, teil. Er wurde für den 11. Marler Videokunstpreis nominiert, Marl (2004) und für den Käthe-Kollwitz- Preis der Akademie der Künste, Berlin (2006). Seit 2009 ist er Mitglied des namhaften Deutschen Künstlerbundes. 2012 war er Stipendiat der Hans und Charlotte Krull Stiftung, Berlin. Bild:  "OUT-LOOK", 2017, Costantino Ciervo; VG Bildkunst, Bonn, 2019
25. Oct 2019 - 18:00
Schiffbauergasse 4f
Potsdam
14467
Germany

Current event for "museum FLUXUS+"

Verlängert! Costantino Ciervo - Out-Look!

25. Oct 2019 - 18:00 – 28. Jun 2020 - 18:00
museum FLUXUS+

Gute Nachrichten: das museum FLUXUS+ wird im Mai 2020 freitags, samstags und sonntags von 13.00 bis 18.00 Uhr wieder geöffnet sein!
Das Sonderthema ist nach dem Corona shut-down bis 28. Juni 2020 verlängert!

Aus seiner Sammlung präsentiert das museum FLUXUS+ in der Sonderausstellung COSTANTINO CIERVO: OUT – LOOK bislang nicht gezeigte Arbeiten des in Berlin lebenden Italieners Costantino Ciervo. Der Maler, Grafiker und Medienkünstler wurde in seiner Jugend vom politischen Klima in den 70er Jahren in Neapel geprägt, was vielleicht die Frage beantwortet, warum gesellschaftspolitische Themen für ihn so zentral sind. Zu Beginn der 1990er Jahre begann Ciervo mit technischen Apparatu- ren zu experimentieren und nahm an der Biennale von Venedig mit einer interak- tiven Skulptur teil. Den Künstler treibt stets die Frage an, ob und wie in einer Welt voller Individualismus und Paradoxie Ausgleich und Harmonie geschaffen werden können.

Die Ausstellung schlägt einen Bogen von Ciervos Tätigkeit als Maler und Zeichner im Berlin der 1990er Jahre hin zu seinen aktuellen, technikbasierten Objekten. Die Zusammenschau dieser technisch/medial sehr unterschiedlichen Arbeiten zeigt die konstante Beschäftigung mit politischen, wie ästhetischen Fragestellungen. Die empfindliche Papierarbeit Hommage an Marcuse (1990), die nur für kurze Zeit gezeigt werden kann, stellt eine Auseinandersetzung mit dem für die Kunst der Nach- kriegszeit wichtigen Vertreter einer post-marxistischen Ästhetik dar. Sie steht der titelgebenden, auf der partizipativen Smartphone-App „Send Protest“ basierenden, 3-Kanal-Videoskulptur out–look gegenüber. Die Videoskulptur gehört zu den neuesten Erwerbungen des Museums und kann als Interpretation der Utopien Marcuses und als Statement zur Demokratisierung in der Kunst gelesen werden.

Die Zeitlosigkeit der Arbeiten Ciervos begründet sich aus ihrer Widmung für existen- zielle Fragen der Menschheit heraus. Das ästhetische Spiel mit den Technologien unserer Zeit steht im Zusammenhang mit dem menschlichen Bewusstsein in einer vom Kapitalismus geprägten Welt. Auch Dokumentationen seiner Performances zeigen oftmals groß angelegte, mit Technologie ausgestattete Settings und erinnern in ihrer Ironie und Publikumsbeteiligung an Happenings der Fluxus-Bewegung. Den „revolutionären“ Protest-Charakter der Kunst (Marcuse) jedoch, der darin bestehe, durch die Macht der Phantasie und des Eros die Gesellschaft zu transformieren, verkörpert Ciervos Arbeit auf mehr oder weniger explizite Weise, indem er die politischen Inhalte formal analysiert und ihre ästhetischen Elemente mit der Haltung eines politischen Statements präsentiert.

Kurzbiografie:
Costantino Ciervo (b. 1961 in Naples, Italy) lebt und arbeitet in Berlin, Deutschland. Ciervo ist einer der führenden Pioniere der interaktiven Videoinstallation und Skulptur. Er studierte Ökonomie und Politikwissenschaften an der Universität für Wirtschaft und Handel, Neapel und Philosophie und Kunstgeschichte an der Technischen Universität, Berlin. 1993 nahm er an der Biennale von Venedig, Italien, teil. Er wurde für den 11. Marler Videokunstpreis nominiert, Marl (2004) und für den Käthe-Kollwitz- Preis der Akademie der Künste, Berlin (2006). Seit 2009 ist er Mitglied des namhaften Deutschen Künstlerbundes. 2012 war er Stipendiat der Hans und Charlotte Krull Stiftung, Berlin.

Bild:  "OUT-LOOK", 2017, Costantino Ciervo; VG Bildkunst, Bonn, 2019

Infos:
https://fluxus-plus.de/ausstellung.html