Das Keramikmuseum Westerwald lädt Sie ganz herzlich zur AusstellungseröffnungKOREder WesterwaldpreisträgerinIrina Razumovskayaam Donnerstag,dem 24. September 2026, um 19 Uhr ein.Die Künstlerin ist anwesend. Aktuelle gesellschaftliche Debatten sind oft von Verlusterfahrungen geprägt. Gesellschaftlicher Wandel und das Fehlen einer zentralen Perspektive für die vielen Herausforderungen unserer Zeit verstärken den Wunsch nach einer vermeintlich verlorenen Welt, in der Rollen und Erwartungen eindeutiger formuliert schienen.Im Gegensatz dazu verweist Irina Razumovskaya bereits mit dem Titel ihrer Ausstellung auf die Mehrdeutigkeit, die in ihren Werken eine zentrale Rolle spielt. Die griechische Göttin Kore verkörperte als Herrscherin des Totenreichs und als Jungfrau der Fruchtbarkeit eine doppelte Rolle. Für Razumovskaya ist sie Sinnbild der Ambivalenz, die Frauen oft zu erfüllen haben – eine Ambivalenz, die jedoch ohne Verlusterfahrungen nicht zu bewältigen ist.Ihre Ausstellung KORE beginnt mit dem Schweigen, das auch tief in ihren persönlichen Erfahrungen mit Verlusten verwurzelt ist. Es erzählt von einem tot geborenen Kind, von einer verlorenen Heimat, von einer Sprache, die niemand mehr spricht. Razumovskaya legt dabei nicht nur ihre eigenen Wunden offen, sondern auch die ihrer verlassenen Heimat.Die fehlenden Worte werden hier zum tragenden Element. Bruchstücke antiker Texte erinnern zum Beispiel an die Schriftstellerinnen und Schriftsteller der Sowjetunion in den 1930er-Jahren, denen die eigene Stimme verwehrt blieb. Übersetzungen aus antiken Werken waren für sie die einzige Möglichkeit, das Unaussprechliche auszudrücken. Sie versteckten ihre Kritik und Hilfeschreie zwischen den Zeilen und in jahrhundertealten Texten.Die Künstlerin sucht nach einer eigenen Form, das Unausgesprochene zu bewahren und festzuhalten. Sie visualisiert es durch Lücken, die mindestens so viel aussagen wie das, was sichtbar ist. Zerbrochene Keramikformen machen Geschichten von Schmerz, Kontrolle und Trauer sichtbar – Geschichten, die eigentlich verschwiegen bleiben sollten. Razumovskaya materialisiert in ihrer Keramik das Ungehörte für immer.Irina Razumovskaya (1990, Leningrad) lebt und arbeitet in London. Sie studierte an der St. Petersburger Stieglitz-Staatlichen Akademie für Kunst und Design und am Royal College of Art in London, wo sie heute unterrichtet. Sie ist Preisträgerin des 15. Westerwaldpreises 2024.  
24. Sep 2026 - 19:00
Lindenstraße 13
Höhr-Grenzhausen
56203
Deutschland

Aktueller Termin von "Keramikmuseum Westerwald"

Irina Razumovskaya - KORE

24. Sep 2026 - 19:00 – 10. Jan 2027 - 17:00
Keramikmuseum Westerwald

Das Keramikmuseum Westerwald lädt Sie ganz herzlich zur Ausstellungseröffnung

KORE

der Westerwaldpreisträgerin

Irina Razumovskaya

am Donnerstag,dem 24. September 2026, um 19 Uhr ein.

Die Künstlerin ist anwesend.

 

Aktuelle gesellschaftliche Debatten sind oft von Verlusterfahrungen geprägt. Gesellschaftlicher Wandel und das Fehlen einer zentralen Perspektive für die vielen Herausforderungen unserer Zeit verstärken den Wunsch nach einer vermeintlich verlorenen Welt, in der Rollen und Erwartungen eindeutiger formuliert schienen.


Im Gegensatz dazu verweist Irina Razumovskaya bereits mit dem Titel ihrer Ausstellung auf die Mehrdeutigkeit, die in ihren Werken eine zentrale Rolle spielt. Die griechische Göttin Kore verkörperte als Herrscherin des Totenreichs und als Jungfrau der Fruchtbarkeit eine doppelte Rolle. Für Razumovskaya ist sie Sinnbild der Ambivalenz, die Frauen oft zu erfüllen haben – eine Ambivalenz, die jedoch ohne Verlusterfahrungen nicht zu bewältigen ist.


Ihre Ausstellung KORE beginnt mit dem Schweigen, das auch tief in ihren persönlichen Erfahrungen mit Verlusten verwurzelt ist. Es erzählt von einem tot geborenen Kind, von einer verlorenen Heimat, von einer Sprache, die niemand mehr spricht. Razumovskaya legt dabei nicht nur ihre eigenen Wunden offen, sondern auch die ihrer verlassenen Heimat.
Die fehlenden Worte werden hier zum tragenden Element. Bruchstücke antiker Texte erinnern zum Beispiel an die Schriftstellerinnen und Schriftsteller der Sowjetunion in den 1930er-Jahren, denen die eigene Stimme verwehrt blieb. Übersetzungen aus antiken Werken waren für sie die einzige Möglichkeit, das Unaussprechliche auszudrücken. Sie versteckten ihre Kritik und Hilfeschreie zwischen den Zeilen und in jahrhundertealten Texten.


Die Künstlerin sucht nach einer eigenen Form, das Unausgesprochene zu bewahren und festzuhalten. Sie visualisiert es durch Lücken, die mindestens so viel aussagen wie das, was sichtbar ist. Zerbrochene Keramikformen machen Geschichten von Schmerz, Kontrolle und Trauer sichtbar – Geschichten, die eigentlich verschwiegen bleiben sollten. Razumovskaya materialisiert in ihrer Keramik das Ungehörte für immer.


Irina Razumovskaya (1990, Leningrad) lebt und arbeitet in London. Sie studierte an der St. Petersburger Stieglitz-Staatlichen Akademie für Kunst und Design und am Royal College of Art in London, wo sie heute unterrichtet. Sie ist Preisträgerin des 15. Westerwaldpreises 2024.
 

 

Besuchen Sie die Kulturregionen Deutschlands

Alle Regionen
Alle Regionen