Jan Bontjes van Beek Das ergreifende Leben von Jan Bontjes van Beek (1899–1969) widerspiegelt Tiefen und Höhen der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Als „auffallend schöner (…) Matrose, der gut tanzte“, traf er 1919 in der Worpsweder Künstlerkolonie ein und fand bald ein Zuhause bei der Familie Breling in Fischerhude, die ihn mit der Keramik vertraut machte. Mit Unterstützung seiner zweiten Frau, der Architektin Rahel Weisbach, zog er 1933 nach Berlin, wo sein Atelier zu einem bekannten Treffpunkt für viele Künstler wurde. Er wurde von den Nationalsozialisten verhaftet, seine Tochter Cato im Strafgefängnis Plötzensee hingerichtet. Nach Kriegsende entschied sich Jan Bontjes van Beek für eine Lehrtätigkeit an der Ost-Berliner Kunsthochschule Weißensee, konnte sich jedoch mit dem SED-Regime nicht arrangieren und wurde 1951 als Direktor entlassen. Er fasste dann mit der Lehre zunächst in West-Berlin und schließlich in Hamburg Fuß und führte seine keramischen Arbeiten fort, was dem Freigeist Halt bot. Wie kein anderer betonte er die Körperlichkeit in der Form und die Dynamik in der Farbe. In bewegten Zeiten suchte er nach dem Maß für seine Gefäße und letztlich für sich selbst. Die im Nebenraum ausgestellten Werke von Christine Atmer de Reig, Antje Brüggemann, Volker Ellwanger, Martin Schlotz und Barbara Stehr zeigen, welchen maßgeblichen Einfluss Bontjes auf die deutsche Gefäßkeramik ausgeübt hat.Die Ausstellung, kuratiert von Sebastian Jacobi, ist bis zum 6. April 2026 zu sehen. Ein herzlicher Dank gilt Jan und Olgas Enkelin Saskia Bontjes van Beek, die uns mit zahlreichen Leihgaben und wertvollen Informationen unterstützt hat. Weitere Leihgaben konnten wir dankenswerterweise aus den Sammlungen von Bernhard Braumann, Sebastian Jacobi, Ludwig Rinn, Dr. Seippel, Dr. Vehring und der Familie Werner erhalten. Die Ausstellung wurde durch die finanzielle Unterstützung des Förderkreises sowie durch den Kultursommer Rheinland-Pfalz 2025 ermöglicht. 
25. Jul 2025 - 19:00
Lindenstraße 13
Höhr-Grenzhausen
56203
Deutschland

Aktueller Termin von "Keramikmuseum Westerwald"

Jan Bontjes van Beek

25. Jul 2025 - 19:00 – 06. Apr 2026 - 17:00
Keramikmuseum Westerwald

Jan Bontjes van Beek

 

Das ergreifende Leben von Jan Bontjes van Beek (1899–1969) widerspiegelt Tiefen und Höhen der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Als „auffallend schöner (…) Matrose, der gut tanzte“, traf er 1919 in der Worpsweder Künstlerkolonie ein und fand bald ein Zuhause bei der Familie Breling in Fischerhude, die ihn mit der Keramik vertraut machte. Mit Unterstützung seiner zweiten Frau, der Architektin Rahel Weisbach, zog er 1933 nach Berlin, wo sein Atelier zu einem bekannten Treffpunkt für viele Künstler wurde. Er wurde von den Nationalsozialisten verhaftet, seine Tochter Cato im Strafgefängnis Plötzensee hingerichtet. Nach Kriegsende entschied sich Jan Bontjes van Beek für eine Lehrtätigkeit an der Ost-Berliner Kunsthochschule Weißensee, konnte sich jedoch mit dem SED-Regime nicht arrangieren und wurde 1951 als Direktor entlassen. Er fasste dann mit der Lehre zunächst in West-Berlin und schließlich in Hamburg Fuß und führte seine keramischen Arbeiten fort, was dem Freigeist Halt bot. Wie kein anderer betonte er die Körperlichkeit in der Form und die Dynamik in der Farbe. In bewegten Zeiten suchte er nach dem Maß für seine Gefäße und letztlich für sich selbst.

 

Die im Nebenraum ausgestellten Werke von Christine Atmer de Reig, Antje Brüggemann, Volker Ellwanger, Martin Schlotz und Barbara Stehr zeigen, welchen maßgeblichen Einfluss Bontjes auf die deutsche Gefäßkeramik ausgeübt hat.

Die Ausstellung, kuratiert von Sebastian Jacobi, ist bis zum 6. April 2026 zu sehen. Ein herzlicher Dank gilt Jan und Olgas Enkelin Saskia Bontjes van Beek, die uns mit zahlreichen Leihgaben und wertvollen Informationen unterstützt hat. Weitere Leihgaben konnten wir dankenswerterweise aus den Sammlungen von Bernhard Braumann, Sebastian Jacobi, Ludwig Rinn, Dr. Seippel, Dr. Vehring und der Familie Werner erhalten.

 

Die Ausstellung wurde durch die finanzielle Unterstützung des Förderkreises sowie durch den Kultursommer Rheinland-Pfalz 2025 ermöglicht.

 

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