On Nervous Grounds. Zwischen Wahn und Wirklichkeit
In einer Welt am Kipppunkt, in der die Lust am Zerstörerischen und Destruktiven wieder ganz unverhohlen zelebriert wird, scheint die Wirklichkeit zunehmend durch den Filter der eigenen Emotionen wahrgenommen zu werden. Politische und soziale Spannungen versetzen die Menschen in eine kollektiv-nervöse und verletzliche Grundstimmung. An der Schwelle zwischen Wahn und Wirklichkeit, zwischen Selbst und äußerer Welt, erkundet die Ausstellung On Nervous Grounds den Moment, in dem ambivalente Emotionen entstehen.
Die meisten Gefühle sind, laut der Soziologin Eva Illouz, ein Dialog, den wir mit der Welt führen. Doch wie lässt sich ein solcher Dialog bewusst anstoßen und ein emotionaler Zustand sichtbar machen? Der Künstler Ariel Reichman beschäftigt sich intensiv mit der Verletzlichkeit des Menschen und hat mit seiner interaktiven Lichtinstallation I AM (NOT) SAFE eine Möglichkeit gefunden, dem individuellen Empfinden Ausdruck zu verleihen. Das Licht des sich verändernden Neonschriftzugs verweist zugleich darauf, dass Emotionen stets flüchtig und instabil sind.

