SOPHIA CONSTA - [diː ʃaːm] Ausstellung des Kunstkreis Tuttlingen e.V.
Mit der Ausstellung [diː ʃaːm] lädt die Künstlerin Sophia Consta (geb. 1983, Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei Prof. Gustav
Kluge und École Nationale Supérieure des Beaux Arts de Paris bei Prof. Pat Andréa) zu einer Reflexion über ein Thema ein, das emotional und körperlich tief in unserer Kultur, Sprache und Geschichte verwurzelt ist: die Scham.
Der Titel in Lautschrift ist kein Zufall: er macht die „Scham“ unsichtbar und fordert gleichzeitig dazu auf, sie laut auszusprechen, so dass sich das Schamgefühl löst. Diese Gratwanderung zwischen Verbergen und Sichtbarmachen durchzieht die gesamte Ausstellung. Ein vielschichtiges Panorama von radikaler Selbstbeobachtung, kultureller Kodierung und feministischer Reflexion entfaltet sich.
Einen Schwerpunkt bilden dabei Constas Selbstporträts, die sie seit 2006 jährlich in gleichbleibendem Format malt. Als Malerin und Modell zugleich zeigt sie ihren nackten Körper im Wandel der Zeit, ohne ihn an unrealistische Schönheitsideale anzupassen. Vielmehr soll ein Gegenentwurf entstehen, der innere Prozesse sichtbar macht, fest verankerte Vorstellungen von Weiblichkeit, Scham und weiblicher Scham hinterfragt und ein neues, selbstbestimmtes Verhältnis zur Natur formuliert.
SOPHIA CONSTA
[diː ʃaːm]
Eröffnung Freitag, 30. Oktober 2026, 19 Uhr
Von der Untermalung bis zum pastosen Farbauftrag spannt Sophia Consta dabei einen malerischen Bogen, den sie mit zeitgenössischen Fragestellungen in Dialog setzt. Ihre Bilder entstehen langsam, in
meditativer Tiefe – als Gegenpol zur flüchtigen Bilderflut unserer Zeit.
In der dreiteiligen Ausstellungsarchitektur – Keller, Erdgeschoss, Obergeschoss – wird die Scham als Konstante über Zeiträume hinweg sichtbar: im Ausloten zwischen kindlicher Ungezwungenheit und bewusstem Eingreifen, im Echo an religiöse Mythen wie Adam und Eva sowie als Spiegel gesellschaftlicher Normen der Gegenwart und als Frage an zukünftige Körperbilder und Identitäten. Darüber hinaus regt die Ausstellung durch interaktive Elemente die Besucher*innen dazu an, eigene Erfahrungen mit dem Thema Scham neu wahrzunehmen und zu reflektieren.

