Vortrag von Prof. Dr. Detlef Siegfried: Das Prinzip Provokation. Kunst und Protest in den 1960er und 1970er Jahren
In einer Gesellschaft, deren Wandel den einen nicht schnell genug ging, während er andere überforderte, konnte Provokation die Verhältnisse zum Tanzen bringen. Das gezielte Infragestellen von Normen und Klischees durch politische Botschaften und öffentliche Aktionen entfaltete in den 1960er und 1970er Jahren eine enorme Wirkung. Von der Künstlergruppe „Situationistische Internationale“, die die Öffentlichkeit bewusst verstören wollte, über die „Provos“, die Amsterdam aufmischten und weit über die Niederlande hinaus Aufsehen erregten, bis hin zum bekannten „Bremer Stil“ im Theater und den skandalträchtigen Aktionen der Kommune 1 spielte Provokation in der politisierten Mediengesellschaft eine bedeutende Rolle. Schon gegensätzliche Lebensentwürfe und konträre politische Visionen galten im Klima der Konfrontation wechselseitig als Provokation. Künstlerische Eingriffe wie Klaus Staecks Montagen trieben diese Gegensätze symbolisch auf die Spitze.
Prof. Dr. Detlef Siegfried beleuchtet in seinem Vortrag am 20. April um 19 Uhr die Rolle der Provokation und fragt, welche Bedeutung sie für die ungewöhnlich enge Verbindung von Kunst und Politik in den 1960er und 1970er Jahren gewann.
Eintritt frei. Keine Anmeldung erforderlich

