Wie ähneln sich die Erfahrungen der Kinder von Menschen, die vor der Wende nach Deutschland eingewandert sind?
Wie ähneln sich die Erfahrungen der Kinder von Menschen, die vor der Wende nach Deutschland eingewandert sind? Und wie erinnert man an die eigene Familiengeschichte, wenn niemand sie aufgeschrieben hat?
Darüber sprechen wir bei unserem Kaffeeklatsch mit Aurora Rodonò und Angelika Nguyen die über ihre Erfahrungen als zweite Generation von Migration nach West- bzw. Ostdeutschland erzählen.
Aurora Rodonò wurde 1970 in Westdeutschland geboren. Ihre Eltern waren Anfang der 1960er Jahre als so genannte Gastarbeiter aus Sizilien nach Darmstadt gekommen. Die Kuratorin für Migrationsgeschichte am Berliner Stadtmuseum ist auch eine der Gründerinnen der Makkaroni Akademie in Köln. Deren Mitglieder sammeln Italo-Geschichten, durchforsten Familienalben mit dem Ziel, alternative Italienbilder jenseits von Pizza, Pasta und Amore zusammen zu tragen. Zuletzt hat die Makkaroni Akademie die Ausstellung „Makkaroni Settanta“ in der Temporary Gallery in Köln realisiert und verschiedene Generationen an italienischen Künstler:innen und Zeitzeug:innen präsentiert.
Angelika Nguyen wurde 1961 als Tochter einer deutschen Mutter und eines vietnamesischen Vaters in der DDR geboren. Sie studierte Filmwissenschaft an der Filmhochschule Potsdam und drehte 1991 den Dokumentarfilm „Bruderland ist abgebrannt“ über die soziale Lage vietnamesischer Menschen in Ostberlin. Der Film befindet sich in der Mediathek der Bundeszentrale für politische Bildung. Sie engagiert sich in dem asiatisch-deutschen Kulturnetzwerk korientation e.V. . Mit ihren Texten und Vorträgen plädiert sie für die Wahrnehmung der migrantisch-ostdeutsche Perspektive auf den Mauerfall und die deutsche Einheit.

